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Gedenken an den ermordeten Leher Samuel Paty Gedenken an den ermordeten Leher Samuel Paty  (ANSA)

Trotz Mord an Lehrer: Bischof hält an Dialog mit Islam fest

Der für Schulfragen zuständige französische Erzbischof Laurent Ulrich hat nach dem brutalen Mord am Lehrer Samuel Paty betont, dass die katholische Kirche im interreligiösen Dialog dennoch nicht nachlassen werde. Der 47-jährige Paty war letzten Freitag in einem Vorort von Paris von einem 18-Jährigen Muslim enthauptet worden. Die Polizei erschoss den Täter.

„Wir werden nicht darin nachlassen, auf die Geschwisterlichkeit unter den Menschen zu vertrauen, die sich im Dialog mit unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, Religionen und Kulturen und dem Austausch über Erkenntnisse, Glauben und Argumenten äußert“, so Ulrich. „Als Katholiken versichern wir den Muslimen in unserem Land, dass wir immer im Dialog mit ihnen stehen werden“, so der Erzbischof von Lille. Ulrich versicherte zugleich aber auch allen Lehrern seine Unterstützung.

Er befürworte einen „Bildungspakt für Freundschaft in der Gesellschaft, Dialog und Brüderlichkeit“, hieß es in einem Statement zum Wochenbeginn. Zu einem Bildungspakt hatte zuvor, unabhängig von dem Attentat bei Paris, auch Papst Franziskus aufgerufen.

Ein Porträt des Lehrers, der seinen Mut mit dem Leben bezahlte - ein erneutes Menetekel für die französische Gesellschaft
Ein Porträt des Lehrers, der seinen Mut mit dem Leben bezahlte - ein erneutes Menetekel für die französische Gesellschaft

Tayyeb verurteilt den brutalen Mord

Die Hinrichtung des Lehrers, der in einer Schulstunde Mohammed-Karikaturen gezeigt und mit den Schülern besprochen hatte, durch einen Islamisten ist beim interreligiösen Friedenstreffen in Rom jüngst auch von Großimam Ahmad al-Tayyeb von Kairo verurteilt worden. Es sei ein „krimineller Akt" gewesen, der aus einer „perversen und falschen Ideologie heraus" erfolgt sei, hieß es in einer in seinem Namen am Dienstag verlesenen Rede. 

(ucanews/pm/vatican news – sst)

22 Oktober 2020, 13:03