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Auschwitz-Überlebende, die heute in Israel leben Auschwitz-Überlebende, die heute in Israel leben  (AFP or licensors)

EU-Bischöfe gegen Antisemitismus und Rassismus

Die Bischöfe der Europäischen Union haben sich entschieden gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ausgesprochen. Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau betonen sie zugleich, Wahrheit dürfe nicht „ignoriert oder für unmittelbare politische Bedürfnisse manipuliert“ werden.

„An diesem Jahrestag appellieren wir an die moderne Welt für Versöhnung und Frieden, für die Achtung des Rechts jeder Nation auf Existenz und auf Freiheit, auf Unabhängigkeit und auf Bewahrung eigener Kultur“, schreibt der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) in einer gemeinsamen Erklärung.

Lehren für die Gegenwart

Trotz der dramatischen Erfahrungen der Vergangenheit seien auch heute „grausame Kriege, Fälle von Völkermord, Verfolgung und verschiedene Formen von Fanatismus“ zu beobachten. Die Geschichte lehre hingegen, „dass Gewalt nie zum Frieden führt, sondern neue Gewalt und Tod hervorruft“.

Auschwitz-Birkenau sei auch 75 Jahre nach Befreiung des Konzentrationslagers „nach wie vor ein Ort der Angst“. Dieses größte Nazi-Konzentrationslager, das 1940 im besetzten Polen errichtet wurde, sei „Höhepunkt des Menschenhasses“ im 20. Jahrhundert“: „Hier wurde die These über die grundlegende Ungleichheit der Menschen an ihre letzten Grenzen gebracht. Hier eigneten sich die Nazis die Macht an, zu entscheiden, wer ein Mensch ist und wer nicht. Hier begegnete sich Euthanasie mit Eugenik.“

Ideologien, die Abbild Gottes mit Füßen treten

Auschwitz-Birkenau sei „ein Ergebnis des Systems, das sich auf der nationalsozialistischen Ideologie stützt, die die Würde des Menschen als Abbild Gottes mit Füßen tritt.“ Das gleiche gelte für den Kommunismus, der ebenfalls viele Millionen Todesopfer gefordert habe, erinnern die Bischöfe Europas.

Gebet für alle Opfer am Gedenktag

Die Bischöfe rufen dazu auf, am Gedenktag 27. Januar zur Stunde der Befreiung des KZs Auschwitz-Birkenau – um 15:00 Uhr – eine Kerze anzuzünden und für die in den Todeslagern ermordeten Menschen aller Nationalitäten und Religionen und für ihre Angehörigen zu beten. „Möge unser Gebet die Versöhnung und Brüderlichkeit erweitern, deren Gegenteil Feindlichkeit, zerstörerische Konflikte und angefachte Missverständnisse sind. Möge die Kraft der Liebe Christi in uns gewinnen.“

Im Namen der Bischöfe Europas wurde die Erklärung vom Präsidium des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) bestehend aus: Präsident Kardinal Angelo Bagnasco, Vizepräsident Kardinal Vincent Nichols, Vizepräsident Erzbischof Stanisław Gądecki und vom Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) Kardinal Jean-Claude Hollerich unterzeichnet.

(comece/ccee – pr)

25 Januar 2020, 08:52