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Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro Proteste gegen Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro   (AFP or licensors)

Brasilien: Bischof gegen Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro

Der brasilianische Bischof André de Witte von Ruy Barbosa hat von der Wahl des rechsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro abgeraten. Im Hinblick auf die Wahlen am 7. Oktober hat er einen kritischen „Brief an das Volk Gottes" verfasst.

Der Präsident der brasilianischen „Pastoralkommission für die Erde“ sei angegriffen worden, weil er dazu aufgerufen habe, keine Senatoren oder Bundesabgeordneten zu wählen, die sich für die „Verfassungsänderung Nr. 95/2016“ ausgesprochen haben, berichtet die Agentur cath.ch. In dem beanstandeten Text werde ein Einfrieren aller Arten von Investitionen in die Bildungs- und Sozialpolitik und die Arbeitsmarktreform gefordert.

Der in Belgien geborene Bischoft forderte die brasilianischen Wähler ebenso auf, nicht für Kandidaten zu stimmen, die „die Grundrechte angreifen und den Einsatz von Waffen als Lösung für soziale Probleme verteidigen“. Er zielte mit diesen Äußerungen zwar nicht ausdrücklich, aber deutlich, auf den nach Schätzungen führenden Kandidaten Jair Bolsonaro ab. Zudem appellierte er an die Menschen des Landes, nicht diejenigen zu wählen, die „die Werte des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, der Familie nach dem Plan Gottes, der Religionsfreiheit, des Respekts, der Gesundheit, der Bildung, des Rechts auf Wohnung und der Erhaltung der Umwelt“ nicht anerkennen würden.

Der Bischof von Ruy Barbosa lud die Brasilianer hingegen ein, diejenigen zu wählen, die für die „Anerkennung indigener Territorien, Quilombola-Gemeinschaften (die Nachkommen afrobrasilianischer Sklaven, Anm.) sowie für die Rechte der Roma kämpfen“. Er ermutigte zur Wahl von Führungskräften, die sich für Agrarreformen, sozialen Wohnraum und Arbeitnehmerrechte einsetzen.

 

Darüber hinaus empfahl der Bischof zu prüfen, ob die Kandidaten, einschließlich der amtierenden Abgeordneten und Senatoren, „mehr um eine gute Präsentation ihres Images während des Wahlkampfes besorgt sind, als um Vorschläge zur Lösung der großen sozialen Probleme des Landes“. Ausdrückliche Unterstützung hat Bischof André de Witt kurze Zeit nach der Veröffentlichung des Briefs von den übrigen Bischöfen seines Landes erfahren.

(cath.ch – ros)

03 Oktober 2018, 15:00