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Brasilien: Amazonas-Bischof baut Krankenhausschiff

Mehrere Stunden dauert es bis zum nächsten Krankenhaus: Im brasilianischen Amazonasgebiet ist das für viele Menschen Realität. Johannes Bahlmann ist Bischof der Diözese Òbidos und drängt auf eine bessere medizinische und gesundheitliche Versorgung der Menschen.

Im Interview mit Vatican News spricht er über Ideen und Projekte, den Zugang zu Ärzten und Medizin zu erleichtern.

Bernadette Weimer und Christiane Murray – Vatikanstadt/Manaus

„Wir haben in unserer Diözese in Òbidos, die am unteren Amazonas liegt, verschiedenen Aufgaben, gerade auch im gesundheitlichen Bereich arbeiten wir sehr stark. Wir haben in unserer Diözese drei Krankenhäuser, die ausgebaut werden sollen zu regionalen Krankenhäusern. Da sind wir sehr kräftig am Arbeiten zusammen mit den Franziskanern von der Vorsehung Gottes und auch mit den Missionsschwestern von der unbefleckten Empfängnis. Außerdem sind wir gemeinsam mit den Franziskanern dabei, ein Krankenhausschiff zu bauen, was etwa in einem Bereich von 21 Gemeinden arbeiten wird – das ist ein sehr großer Bereich, ein Bereich, größer als Deutschland. Das Krankenhausschiff wird etwa 700.000 Menschen gesundheitlich betreuen.“

Hier zum Nachhören

 

In einem Interview mit Vatican News vor einigen Wochen erzählte Bischof Bahlmann, die Bewohner der Diözese Òbidos müssten für eine gute medizinische Versorgung 120 Kilometer bis zur nächsten Stadt Santarém zurücklegen – per Schiff oder Flugzeug. Große Hürdenb also, um von einem Arzt untersucht zu werden oder Medikamente zu bekommen. Das Krankenhausschiff, das sich zur Zeit noch im Bau befindet, komme hingegen zu den Menschen, beschrieb Bischof Bahlmann damals das Projekt

.„Das Projekt wird so aussehen, dass dieses Schiff im Hafen von Òbidos liegen wird. Es wird alle 14 Tage für 14 Tage unterwegs sein – immer mit einem Team aus den verschiedenen Krankenhäusern der Franziskaner“, so Bischof Bahlmann.

Mittlerweile hat die Kongregation der „Franziskaner von der göttlichen Vorsehung“ 60 Krankenhäuser in ganz Brasilien. Bischof Bahlmann erzählt, dass sie nun auch Missionsstationen übernehmen werden, um dort mit Indios weiterzuarbeiten. Das soll auch in der Nachbardiözese geschehen.

„Wir arbeiten mit unserer Nachbardiözese Surinam zusammen, wo wir versuchen, neue Missionsstationen zu eröffnen. Das ist eine sehr große Aufgabe, aber wir gehen gemeinsam diese Aufgaben an, die uns bevorstehen.“

 

Große Herausforderungen im brasilianischen Regenwald

 

Für die Seelsorge wie auch für die Gesundheitsversorgung gibt es im brasilianischen Regenwald große Herausforderungen. Und sie erfordern kreative Lösungen. Bischof Bahlmann erzählte im damaligen Interview eine Anekdote, die verdeutlicht: Das Kernproblem ist die Größe des Bistums und damit die weiten Entfernungen.

„Ich war in diesen Tagen in der größten Pfarrei unserer Diözese mit 150 Gemeinden. Dort haben wir in einer Gemeinde Firmung gefeiert, und haben für nur 70 Kilometer eineinhalb Stunden gebraucht – auch, weil die Straßen so schlecht ausgebaut sind, sie sind nicht geteert. Oft nutzen wir auch das Schiff. Wenn wir die Indios in den Missionsstationen oben im Norden besuchen, müssen wir 500 Kilometer hinter uns bringen. Die Strecke können wir überhaupt nicht mit einem Boot oder einem Auto zurücklegen, weil es zu weit ist. Da fliegen wir hin. Es sind also zwei Stunden Flug um überhaupt in diese Missionsstationen zu kommen. Dort leben 3.000 Indios in 20 Dörfern. Das sind äußere Faktoren, die wir bewältigen müssen.“

(vatican news)

22 August 2018, 12:57