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Aktion „Pro Pope Francis” mündet in theologische Unterstützung für Franziskus

Die Unterschriftenaktion „Pro Pope Francis” zieht nun weitere Kreise unter Theologinnen und Theologen, die den Kurs von Papst Franziskus inhaltlich stützen wollen. Das sagte Initiator Paul Zulehner im Gespräch mit uns. Der emeritierte Wiener Pastoraltheologe hat am Mittwoch gemeinsam mit dem Mit-Initiator von „Pro Pope Francis“, Tomas Halik, Papst Franziskus in Rom 75.000 Unterschriften übergeben.

Unter den Unterzeichnern seien fast 2.400 Professorinnen und Professoren der Theologie, erklärte Zulehner, „und die kommen aus aller Welt, von Tokio bis Sao Paolo, von Harvard bis Oxford, Paris, Warschau, Wien und Deutschland. Und wir dachten, das ist ein Geschenk, ein Kapital, so ein informelles, interkontinentales Netzwerk zu bekommen. Wir möchten jetzt, da wir den Papst emotional unterstützt haben mit der Unterschriftenaktion, ihm auch eine rationale, theologische, verstandesmäßige Unterstützung geben, indem wir zentrale Punkte seiner Reformarbeit für die Kirche andenken, aufarbeiten und ihm dabei Vorschläge machen.“

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Es gehe besonders um drei Fragen, erklärte Zulehner weiter: „Was sind die großen Herausforderungen auf Ihrem Kontinent; wie müsste sich die Kirche aufstellen, dass sie aus der Kraft des Evangeliums diese Herausforderungen mit den Menschen meistern kann; und was müsste innerkirchlich verändert werden.“ Es gebe globale Herausforderungen wie Ökologie, Wirtschaft, Migration und Digitalisierung, andere Herausforderungen seien in einem Kontinent stärker als in den anderen, sagte Zulehner und nannte für Lateinamerika die Frage der Gerechtigkeit und der Indigenen. In Europa sehe er heute zwei zentrale Fragen für die Kirche: Missbrauch und Frauen. „Wenn die Kirche mit den Frauen nicht rasch vorankommt, wird sie an einer ganz entscheidenden Stelle ihre Glaubwürdigkeit völlig verlieren.“

Theologische Zuarbeit versprochen

Von den Theologinnen und Theologen seien bisher an die 150 Beiträge eingetroffen, führte der emeritierte Professor aus. Sie seien als e-book unter dem Titel „Wir teilen diesen Traum“ veröffentlicht. Das Engagement der Gelehrten in der Unterstützung für Papst Franziskus hält Zulehner für signalhaft. „Ich denke, das sind gute Nachrichten für die weitere Gestaltung des Pontifikats und die Absicht des Papstes, hinzuhören, was Gottes Geist nicht nur durch Bischöfe sagt, sondern auch durch Theologinnen und Theologen.“ Die beteiligten Gelehrten hätten Papst Franziskus „diese Zuarbeit versprochen“.

Aus der Unterschriftenaktion zur Unterstützung des amtierenden Papstes sei somit mehr gewachsen als ursprünglich gedacht. „Wir haben im Gehen gelernt. Und wir haben gesehen, was uns da geschenkt worden ist. Das gibt es nicht, dass Theologen aus aller Welt gemeinsam an Themen arbeiten, die die Weltkirche betreffen. Dieses Potenzial wollen Tomas Halik und ich jetzt nutzen: Wir nehmen ein Thema heraus, sammeln Theologen, die wir dafür gewinnen können in Prag oder Wien, machen eine Konferenz und schauen, dass wir Ergebnisse erzielen: Ganz konkret, die wir dann dem Papst zur Verfügung stellen zur theologischen Untermauerung seines Reformkurses für die Kirche.“

Anlass: Dubia

Der Anlass für „Pro Pope Francis“ war das Erscheinen der „Dubia“ von vier Kardinälen als Reaktion auf das Papstschreiben „Amoris Laetitia“ gewesen. Die Kardinäle Brandmüller, Meisner, Burke und Caffarra hatten Zweifel am Kurs von Franziskus und an der Zulässigkeit seines Schreibens geäußert. Die Unterschriftenaktion wurde, initiiert von Paul Zulehner und Tomas Halik, online in 13 Sprachen zugänglich gemacht. Am Mittwoch übergaben die beiden Theologen am Rand der Generalaudienz Papst Franziskus die in einem Buch gesammelten Unterschriften und informierten ihn über die Folgeaktion der theologischen Unterstützung. Der Papst habe „sich offensichtlich auch sehr gefreut darüber, er hat sehr aufmerksam zugehört und mit einem sehr erfreuten Gesicht, und hat uns gesagt, danke.“

(vatican news – rl/gs)

28 Februar 2019, 13:46