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Die Menschen in der Mongolei verabschieden sich von Papst Franziskus Die Menschen in der Mongolei verabschieden sich von Papst Franziskus  (Vatican Media)

Mongolei: „Für vier Tage haben wir uns als Zentrum der Welt gefühlt“

Der Besuch des Papstes in der Mongolei hat ein Schlaglicht auf eine kleine und junge Kirchengemeinschaft geworfen, aber auch ein Land ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt, das sonst etwas abseits der Berichterstattung liegt. Der Pro-Präfekt der Apostolischen Präfektur von Ulaanbaatar, P. Ernesto Viscardi, zeigte sich im Nachgang des Papstbesuches gegenüber der Agentur Fides überwältigt.

„Vier Tage lang fühlten wir uns ein wenig wie der Mittelpunkt der Welt“, so P. Viscardi. „Dass der Papst zum ersten Mal in der Geschichte hier bei uns in der Mongolei war, war ein buchstäblich außergewöhnlicher Moment. Er löste in uns allen so viel Freude, Emotionen und Dankbarkeit aus. Wir haben diese Tage wirklich als ein Fest in der Gesellschaft Jesu Christi, in der Gesellschaft seines Stellvertreters auf Erden, erlebt“, so der Consolata-Missionar und Apostolische Pro-Präfekt von Ulaanbaatar, gegenüber der Agentur Fides zum Abschluss des Besuchs von Papst Franziskus in der Mongolei (1.-4. September).

„Intensive und lebendige Tage des Glaubens, des Gebets und des Glücks“

In seinem Rückblick auf „intensive und lebendige Tage des Glaubens, des Gebets und des Glücks“ erwähnte der Missionar zunächst einen nicht öffentlichen Moment: die Eucharistie, die der Papst kurz seiner Abreise nach Rom in Begleitung des Apostolischen Präfekten, Kardinal Giorgio Marengo, und eines Dutzends von Priestern und Missionaren an diesem Montagmorgen im Katholischen Pastoralzentrum konzelebrierte. „Zum ersten Mal konzelebrierte ich die Messe mit dem Papst, und wir spürten eine tiefe geistliche Gemeinschaft, die Vereinigung in Jesus Christus, die Gemeinschaft der gleichen Sendung, Salz, Licht und Sauerteig zu sein, um der Welt die Liebe Christi zu geben“, sagt er. „Wir können nicht umhin, ihm unser aufrichtiges und bewegtes 'Dankeschön' zu sagen, auf mongolisch 'bayarlalaa', wie wir ihm geschrieben haben, da wir aus erster Hand die harte Arbeit gesehen haben, die er geleistet hat, aber auch den großen Wunsch, hier zu sein, trotz der Schwierigkeiten.“

Abschied vom Gast aus Rom
Abschied vom Gast aus Rom

Ein Aspekt, der in der kleinen mongolischen Gemeinschaft immer noch nachhalle, sei die mehrfach wiederholte Aussage des Papstes, er trage die Mongolen in seinem Herzen, bete für sie und fühle sie sich nahe: „Das gibt uns wirklich das Gefühl, geliebte Jünger zu sein, diese kleine Gemeinschaft spürt die Sorge, die Fürsorge, die liebevolle Aufmerksamkeit eines Pfarrers. Das ermutigt und stärkt uns im Glauben, in der Hoffnung und in der Nächstenliebe, wie der Papst sagte, als er den Zweck seiner apostolischen Reise ankündigt“.

Hinweise des Papstes weiterentwickeln

Der Missionar fährt fort: „Papst Franziskus hat uns viele Hinweise gegeben, die wir in unserem pastoralen Leben entwickeln und leben sollen: eine geeinte Gemeinschaft zu sein; in Einfachheit und Wesentlichkeit zusammen zu gehen; den Menschen nahe zu sein, sie persönlich zu begleiten; immer den Dialog mit anderen Religionen zu pflegen; keine Angst davor zu haben, wenige zu sein, eine kleine Gemeinschaft zu sein, sondern auf den Herrn zu vertrauen, der Großes bewirkt. Nun wird es darum gehen, diese Ideen in unserem Alltag immer besser aufzugreifen und zu praktizieren, und zwar mit der Begeisterung und der Großzügigkeit, die diese Kirche auszeichnet.“

Die Steppe Arena war dicht besetzt
Die Steppe Arena war dicht besetzt

P. Viscardi erinnert daran, dass im Vorfeld der Reise gesagt wurde, man solle „keine überwältigenden Versammlungen erwarten“, doch letztlich seien „in der Steppe Arena - einer Sporthalle für Eishockey - mehr als 2.500 Menschen anwesend“ gewesen, stellt er fest: „Wenn man bedenkt, dass die Katholiken in der Mongolei insgesamt 1.500 sind, waren es mindestens weitere tausend Menschen, darunter Gläubige, die aus anderen asiatischen Ländern, sogar aus China, gekommen waren, und dann viele neugierige mongolische Freunde und Bekannte, die gekommen waren, um den Papst zu hören und an der Messe teilzunehmen.“

Kirche ist aus ihrem Schneckenhaus gekommen

Der Besuch des Papstes habe dazu geführt, „dass die mongolische katholische Kirche, die vielen noch unbekannt ist, ein wenig aus ihrem Schneckenhaus herausgetreten ist und in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird: Es gab zahlreiche Artikel, Berichte und Interviews in den Medien und im Fernsehen, die Behörden haben einem so wichtigen Gast Raum gegeben und ihn geehrt, und die öffentliche Meinung ist auf uns aufmerksam geworden“, zeigt sich der Missionar zufrieden.

Papst Franziskus im Haus der Barmherzigkeit
Papst Franziskus im Haus der Barmherzigkeit

Die letzte Geste des Papstes in der Mongolei war die Einweihung und Segnung des „Hauses der Barmherzigkeit“, einer Struktur, die in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Schule der Paulusschwestern von Chartres eingeweiht wurde, die die Apostolische Präfektur übernommen hat und zu einem „Heim für Obdachlose, für Menschen in Not und Elend“ umfunktioniert hat. „Es wird ein Ort sein, an dem die Werke der Barmherzigkeit praktiziert werden, die uns Christen in der Mongolei sichtbar machen“, erklärt der Pro-Präfekt.

Im siebten Himmel

Die mongolischen Gläubigen, so schließt Pater Viscardi, „sind im siebten Himmel, sie haben etwas Unerwartetes und wirklich Unvorstellbares erlebt, sie wurden von einem Strom der Gnade überflutet. Das Motto der apostolischen Reise ,Gemeinsam hoffen‘ bleibt der Weg, den wir weitergehen werden, mit Herzen voller Freude, die Freude, das Evangelium zu leben.“

(fides - cs)

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04. September 2023, 11:39