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Ein Mann liest eine Zeitung nach der Wahl in Guatemala Ein Mann liest eine Zeitung nach der Wahl in Guatemala  (AFP or licensors)

Guatemala: Kardinal wendet sich an neuen Präsidenten

Der guatemaltekische Kardinal Alvaro Leonel Ramazzini hat den künftigen Präsidenten des Landes zu mehr Korruptionsbekämpfung angehalten. Arevalo müsse sein Versprechen halten, sagte er gegenüber dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat.

Bei der Stichwahl, deren Ergebnisse letzten Sonntag bekanntgegeben wurden, hatte der linksgerichtete Kandidat klar gewonnen. Seine Wahlkampfphase war unter von staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen seine Partei „Movimiento Semilla“ gezeichnet worden. Kirche und Menschenrechtsorganisationen warfen der Justiz daraufhin vor, auf Geheiß korrupter Machteliten zu handeln.

Um die Korruption in Guatemala effektiv zu bekämpfen, brauche es eine gefestigte Haltung, betonte Kardinal Ramazzini. „Es wird viel davon abhängen, wie viele Unterstützer Arevalo für dieses Vorhaben gewinnen kann - insbesondere unter den Abgeordneten und Bürgermeistern." Speziell die Bürgermeister hätten in ihren Städten viel Macht.

Die Menschen wünschen sich Veränderung

Im Parlament konnte „Movimiento Semilla“ keine Mehrheit erringen. Hier regte Ramazzini an, ein öffentliches Gewissen aufzubauen. Bislang müssten sich die Abgeordnete für ihr Handeln nicht rechtfertigen. „Sie tun und lassen, was sie wollen", kritisierte der Geistliche. Die Gesellschaft müsse Verantwortung übernehmen und Politikern wie Behörden zeigen, dass es so nicht weitergehen kann.

Die Voraussetzungen für einen Wandel in Guatemala seien gegeben, so der Kardinal. Viele Menschen wünschten sich Veränderung, auch wenn das Kraft und Zeit koste.

Vor allem für die steigende Zahl der Armen sei ein politischer Kurswechsel dringend geboten: „Denn die Zuwendungen des Staates kommen nicht dort an, wo sie ankommen sollten. Stattdessen bereichern sich die Eliten." Das werde die neue Regierung hoffentlich beenden.

(kap – md)

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23. August 2023, 14:09