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Linkskandidat Gustavo Petro (links) bei einer Pressekonferenz. Petro hat die erste Wahlrunde der Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen Linkskandidat Gustavo Petro (links) bei einer Pressekonferenz. Petro hat die erste Wahlrunde der Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen 

Kolumbiens Bischofskonferenz zur Wahl: Demokratie stärken

Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien bleibt es spannend; am 19. Juni steht eine Stichwahl an. Dann wird sich zeigen, ob der Rechtspopulist Rodolfo Hernandez oder der Favorit und Sieger der ersten Wahlrunde, Linkskandidat Gustavo Petro, das Rennen macht. Die Kolumbianische Bischofskonferenz (CEC) erklärte in einer Videobotschaft, es gelte durch die Wahlen die Demokratie zu stärken.

Caritas-Bischof Héctor Fabio Henao Gaviria rief nach der ersten Wahlrunde vom Sonntag alle Bürger auf, „verantwortungsvoll" zu handeln und warb für „eine bewusste Wahlbeteiligung, die aktiv und inklusiv ist und sicherstellt, dass die zivilgesellschaftlichen und bürgerlichen Werte auch wirklich zum Ausdruck kommen".  Der Bischofskonferenz-Beauftragte mahnte alle Wahlberechtigten auch, die Wahlprogramme gut zu lesen und rief alle zu einem fairen Wahlkampf auf. Die katholische Kirche Kolumbiens bitte alle „Anstachelungen zu Haß, Stigmatisierungen, Diskriminierung und Gewalt" zu unterlassen. 

„Bewusste Wahlbeteiligung, die aktiv und inklusiv ist und sicherstellt, dass die zivilgesellschaftlichen und bürgerlichen Werte auch wirklich zum Ausdruck kommen“

Der parteilose Rodolfo Hernández, der auch „Trump Kolumbiens" genannt wird, konnte mit einem rechtspopulistischen Wahlkampf punkten und erreichte am Sonntag mehr als 28 Prozent. Er lief auch dem Kandidaten der klassischen Rechten, Federico Gutiérrez, den Rang ab, der mit knapp 24 Prozent der Stimmen in der ersten Wahlrunde dritter wurde. Angetreten waren auch der gemäßigte Sergio Fajardo, der christliche Politiker John Milton Rodríguez und der Konservative Enrique Gómez. Amtsinhaber Iván Duque durfte nicht wieder kandidieren.

Scheidende Regierung hinterlässt viele Probleme

Im Wahlkampf spielten Armut und Korruption eine wichtige Rolle. Die scheidende rechte Regierung erlebte eine historische Pleite, die sich vor allem der frühere Präsident anrechnen lassen muss. Nach vier Jahren unter ihm steht Kolumbien vor massiven Problemen in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Soziales.  

Die Präsidentenwahl ist die zweite seit dem Abschluss eines Friedensvertrages zwischen der Regierung und der Rebellenorganisation FARC. Um die einst von dieser kontrollierten Gebiete und Drogenschmuggelrouten streiten sich eine weitere Rebellengruppe namens ELN, Farc-Dissidenten und das Drogenkartell Clan del Golfo. Der Wahlsieger muss entscheiden, ob er die Verhandlungen mit der ELN wieder aufnehmen will, die Duque 2019 nach einem Anschlag ausgesetzt hatte.

Papst Franziskus besuchte Kolumbien im September 2017, um den holprigen Friedensprozess anzukurbeln. 

(sir/diverse-sst)

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01. Juni 2022, 12:37