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Vatican News
Protest gegen den Militärputsch in Myanmar - Yangon  18. November 2021 Protest gegen den Militärputsch in Myanmar - Yangon 18. November 2021  (AFP or licensors)

Myanmar: Weitere katholische Einrichtungen attackiert

Im Kayah-Staat wurden laut einem Bericht von Ucanews (Dienstag) das Haus eines katholischen Bischofs und eine katholische Klinik vom Militär gestürmt. Die Soldaten zwangen demnach etwa 40 Patienten, die Klinik zu verlassen, nahmen 18 Mitarbeiter fest und beschlagnahmten medizinische Geräte sowie Unterlagen. Der Staat Kayah, eine abgelegene und bergige Region, gilt als Hochburg des Katholizismus in dem mehrheitlich buddhistischen Land.

Mehr als 200 Soldaten und Polizisten stürmten laut Angaben der örtlichen Kirche am Montag das Gelände der Christkönig-Kathedrale in Loikaw, Hauptstadt des Bundesstaates Kayah, und drangen in die dortige katholische Klinik sowie in das Bischofshaus ein. „Eine Gruppe nach der anderen durchsuchte die Gebäude, auch das Haus des Bischofs, mindestens dreimal", so ein Kirchenvertreter.  Nach Angaben der Kirche überprüften die Sicherheitskräfte von etwa 9 bis 16 Uhr alle Gebäude auf dem Kirchengelände und drangen auch in das Kommunikationsbüro ein. Pater Francis Soe Naing, der Kanzler der Diözese Loikaw, erklärte dazu gegenüber Ucanews: „Wir führen karitative Arbeiten durch und haben nichts Unrechtes getan. Wir haben keine Ahnung, warum sie uns überfallen haben und wonach sie gesucht haben." Er berichtete zudem, dass die Überfälle Angst und Unsicherheit bei den Patienten und einigen Binnenvertriebenen auslösten, die nach der Intensivierung der Kämpfe im Mai in die Kathedrale geflüchtet waren.

„Wir führen karitative Arbeiten durch und haben nichts Unrechtes getan. Wir haben keine Ahnung, warum sie uns überfallen haben und wonach sie gesucht haben“

Christen schon länger im Visir

Es ist nicht das erste Mal, dass die Minderheit der Christen angegriffen und ins Visier genommen wird. Infolge des Konflikts in Myanmar wurden insbesondere in den überwiegend von Christen bewohnten Staaten Kayah, Chin und Kachin wiederholt Kirchen beschossen und geplündert. Zahlreiche Priester und Pastoren wurden verhaftet, viele unbewaffnete Zivilisten, darunter auch Christen, getötet. Es ist laut kirchlichen Quellen nicht ungewöhnlich, dass das Militär in der überwiegend christlichen Region Zivilisten tötet, Häuser niederbrennt und willkürliche Verhaftungen vornimmt. Mindestens 10 Pfarreien in der Diözese Loikaw wurden durch den jüngsten Konflikt schwer getroffen. Mehr als 100.000 Menschen, darunter auch Katholiken,  wurden vertrieben. Die katholische Kirche vor Ort kümmert sich um die Bedürfnisse rund 70.000 Binnenvertriebenen und leistet humanitäre Hilfe in Form von medizinischer Versorgung, Nahrungsmitteln und Decken, sagte ein Priester. 

(ucanews - sst) 

23 November 2021, 12:09