Suche

Vatican News
Straßenhändler in Eswatini Straßenhändler in Eswatini  (AFP or licensors)

Eswatini: Sorge über Verschiebung des Dialogs

Viele Menschen im Land sind besorgt über die Ankündigung von König Mswati II., einen Friedensdialog erst im März 2022 beginnen zu wollen. Der Bischof von Manzini, José Luís Gerardo Ponce de León, übt Kritik.

„Seit Ausbruch der Unruhen haben wir immer wieder betont, dass der Dialog dringend notwendig ist", so der Bischof: „Jetzt auf März zu verschieben, bedeutet die Flammen anzufachen. Uns steht eine Zeit der Unsicherheit bevor.“

Dialog ja, aber…

Um die seit Monaten andauernden Unruhen in Eswatini zu befrieden, hatte Mswati III. nach einem Treffen mit dem südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa Anfang November ein nationales Dialogforum angekündigt. Er hatte jedoch schon in diesem Moment deutlich gemacht, dass dieses erst im März starten soll.

Dem Bischof von Manzini bereitet die lange Wartezeit Sorgen. Viele junge Leute seien frustriert und des Wartens müde; sie sähen „keine Anzeichen für eine bessere Zukunft“. In der letzten Zeit sei es in Eswatini zwar ruhig gewesen, aber „die Situation ist nicht vorhersehbar“, so der Geistliche: „Wir hoffen, dass alle Parteien in der Lage sind, das eingegangene Risiko zu kontrollieren.“

Autoritäre Maßnahmen bestehen fort

In Kraft sei immer noch eine Ausgangsperre von 21 bis 4 Uhr morgens, um mögliche Unruhen zu unterbinden, berichtete der Bischof weiter. Außerdem seien in den Schulen allein Kinder zugelassen, deren Eltern ein Formular unterschrieben, das die Schule ermächtige, den Schüler zu suspendieren, wenn er oder sie an Unruhen teilnehme oder eine andere Meinung vertrete. Der König hatte die Maßnahme nach Schülerdemonstrationen verhängt.

„Dies ist eine sehr spaltende und problematische Maßnahme“, kommentiert Bischof Ponce de León: „Wie Sie sich leicht vorstellen können, werden viele Eltern nicht bereit sein, ein solches Blankoformular zu unterschreiben. Andere werden gezwungen sein, ihre Kinder zur Schule gehen zu lassen – aber es ist klar, dass es eine Menge Diskriminierung geben wird“.

Mit Blick auf den geplanten Dialog hofft der Bischof auf ein Einbeziehen der Menschen im Land und darauf, dass es bald konkretere Infos und Termine geben wird. „Die nächsten Wochen werden auch deshalb entscheidend sein, weil der Prozess gegen zwei nach den Unruhen verhaftete Abgeordnete bevorsteht. Als der Prozess in erster Instanz stattfand, folgten viele soziale Unruhen - wir hoffen, dass Maßnahmen ergriffen werden, um Ruhe und sozialen Frieden zu gewährleisten", ergänzte der Bischof im Gespräch mit Fides.

Dutzende Tote

Im Juni war es in Afrikas letzter absoluter Monarchie erstmals zu Massendemonstrationen gegen König Mswati III. und seine autokratischen Tendenzen gekommen; die Demonstranten fordern die Einführung demokratischer Strukturen. Die Reaktion der Polizei löste ein Chaos aus; bei Zusammenstößen starben in den letzten Monaten fast 30 Menschen.

Der zwischen Südafrika und Mosambik gelegene Staat war bis 2018 als Swasiland bekannt. Manzini ist die einzige katholische Diözese in Eswatini.

(fides – pr)
 

12 November 2021, 13:05