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Vatican News
Mutter mit Kind in einem Krankenhaus in Anka (Nigeria) Mutter mit Kind in einem Krankenhaus in Anka (Nigeria)  (AFP or licensors)

Nigeria: „Am Kelch des Leidens nippen“

Erzbischof Ignatius Kaigama von Abuja erwartet sich nicht viel von den für 2023 angesetzten Wahlen. „Vor den Wahlen geben Politiker immer große Versprechungen ab, sich um die sozialen Nöte der Leute zu kümmern. Aber hinterher, wenn sie die Wahl gewonnen haben, wollen sie nicht mehr am Kelch des Leidens nippen, den die Leute leeren müssen“, so Kaigama.

Das sagte Kaigama jetzt in einer Predigt in Abuja. Den meisten Politikern in Nigeria gehe es offenbar nur darum, gute Positionen zu ergattern; sie wollten sich bedienen lassen, statt ihren Mitmenschen zu dienen. Der Erzbischof rügte auch das verbreitete Klientelwesen und den Nepotismus.

Ähnlich wie Kaigama warnt auch der Bischof von Sokoto, Matthew Hassan Kukah, davor, dass die nigerianische Gesellschaft „jeden Tag weiter zerbröselt und auseinanderbricht“. Die Christen im Land sollten mit sich selbst ins Gericht gehen, inwiefern sie mit ihrem Verhalten die Krisen im Land noch verschärften.

Erzbischof Kaigama
Erzbischof Kaigama

Heiler sein

„Für eine geeinte und friedliche Welt zu arbeiten, ist unsere Sendung als Christen. Wir haben die Aufgabe, Heiler zu sein, das sollten wir ernstnehmen“, so Kukah. In Nigeria kämpften derzeit zwei Denkschulen gegeneinander: Die einen wünschten „eine Art Theokratie“, andere träten für die Trennung von Religion und Gesellschaft ein. Christen sollten zwischen den Positionen vermitteln.

Nigeria ist der bevölkerungsreichste Staat in Afrika. Der Anteil an Muslimen und an Christen hält sich in der Bevölkerung ungefähr die Waage.

(aci-africa – sk)
 

19 Oktober 2021, 11:29