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Afghanistan: Derzeitige Hilfe ist „Tropfen auf heißen Stein“

Ab November wird mehr als die Hälfte der Bevölkerung Afghanistans, insgesamt 22,8 Millionen Menschen, unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden. Dies sind die alarmierenden Zahlen aus dem jüngsten Bericht über die „Integrierte Klassifizierung der Ernährungssicherheit“ (IPC), der an diesem Montag vom Cluster für Ernährungssicherheit und Landwirtschaft in Afghanistan unter der gemeinsamen Leitung der FAO und des Welternährungsprogramms veröffentlicht wurde.

„Die kombinierten Auswirkungen von Dürre, Konflikten, Covid-19 und Wirtschaftskrise haben das Leben der Menschen, ihren Lebensunterhalt und den Zugang zu Nahrungsmitteln stark beeinträchtigt“, heißt es in dem Bericht. Was die beiden internationalen Organisationen beunruhige, sei der bevorstehende Winter, der vor allem Familien bedrohe. Diese seien auf humanitäre Hilfe angewiesen, um die kalten Wintermonate zu überstehen. Die FAO und das Welternährungsprogramm halten daher „dringende humanitäre Maßnahmen zur Deckung des Grundnahrungsmittelbedarfs, zum Schutz der Existenzgrundlagen und zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe“ für erforderlich.

„Hier geht es um Leben und Tod. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie sich humanitäre Katastrophen vor unseren Augen entfalten, das ist inakzeptabel“, sagte Qu Dongyu, Generaldirektor der FAO. „Wenn wir unsere lebensrettende Hilfe nicht verstärken und sich die Wirtschaft nicht erholt, werden in diesem Winter Millionen von Afghanen vor die Wahl gestellt, zu migrieren oder zu verhungern. Der Countdown zur Katastrophe hat begonnen, und wenn jetzt nicht gehandelt wird, wird die Katastrophe vernichtend sein“, fügte David Beasley, Exekutivdirektor des WFP, hinzu.

In ihrer Erklärung von diesem Montag weisen FAO und WFP auch mit Besorgnis darauf hin, dass die Vereinten Nationen Ressourcen in noch nie dagewesener Höhe mobilisieren müssen, um dem Ausmaß des Bedarfs gerecht zu werden, der UN-Plan für humanitäre Hilfe aber nur zu einem Drittel finanziert ist. Aus diesem Grund appellieren die beiden Organisationen an die Weltöffentlichkeit, den gravierenden Mangel an Finanzmitteln zu beheben, der derzeit „ein Tropfen auf den heißen Stein“ ist.

(sir – mg)

25 Oktober 2021, 14:42