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Kardinal Malcolm Ranjith Kardinal Malcolm Ranjith  (AFP or licensors)

Sri Lanka/Italien: Kardinal fordert Wahrheit über Osterattacken

Kardinal Malcolm Ranjith organisiert eine internationale Pressekonferenz, um die weitere juristische Aufarbeitung der Osterattentate von 2019 anzumahnen. Der Kardinal kritisiert die Regierung seines Landes erneut und forderte, dass „endlich die Wahrheit über die Hintermänner der Attacken“ preisgegeben werde.

„Da wir wissen, dass unser Premierminister in Begleitung des Außenministers am G20-Gipfel der Religionen in Bologna teilnehmen wird, wo der italienische Regierungschef Mario Draghi und die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union anwesend sein werden, haben wir an diese besondere Pressekonferenz gedacht“, so Kardinal Ranjith im Interview mit Radio Vatikan. Der Premierminister Sri Lankas solle an der Pressekonferenz teilnehmen und den Stand der Ermittlungen darlegen. „Er soll über den Prozess gegen die 25 Muslime sprechen, die der Anschläge beschuldigt werden, aber wir befürchten, dass er eine Darstellung der Fakten geben wird, die nicht der Realität entspricht“, so der Kardinal weiter.

Im April 2019 starben in Sri Lanka 279 Menschen bei den Attentaten, die an Ostern verübt wurden. „Die Familien haben ein Recht darauf zu erfahren, was passiert ist“, so der Kardinal weiter.

„Katholiken und andere fordern nach wie vor Klarheit, Wahrheit und vor allem Gerechtigkeit für die Opfer. Die Ermittlungen, bei denen eine Gruppe islamischer Extremisten beschuldigt wird, liefern keine zufriedenstellenden Antworten, es fehlen bestimmte Informationen über die Urheber und Auftraggeber der Anschläge, trotz der Arbeit einer vom Präsidenten eingesetzten Untersuchungskommission“, sagt Kardinal Malcolm Ranjith, Erzbischof von Colombo. Er habe zwar die Gründung der Untersuchungskommission immer gewürdigt und verteidigt, doch ihre Ergebnisse seien „völlig ignoriert“ worden.

(vatican news – mg)

10 September 2021, 14:02