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Auf dem  Flughafen von Khartum (Sudan) werden Covax-Lieferungen ausgeladen Auf dem Flughafen von Khartum (Sudan) werden Covax-Lieferungen ausgeladen  (AFP or licensors)

Südsudan: „Massive Fehlkalkulation der Impfkosten“

Die Hilfsorganisation Care wirft der Initiative Covax vor, die Kosten der Impfkampagne im Südsudan „deutlich unterschätzt“ zu haben.

Während Covax mit rund 3,16 Euro pro Person für den vollen Impfschutz rechne, beliefen sich die tatsächlichen Kosten im Land auf rund 18,95 Euro pro Person. „Die Impfkosten liegen also sechs Mal höher als budgetiert“, so Care.

Aufgrund dieser Diskrepanz in den Budgets für Logistik, Gesundheitspersonal und Mobilisierung sowie Aufklärung hätten 72.000 Impfdosen zurückgegeben sowie 60.000 abgelaufene Impfdosen vernichtet werden müssen.

„Es ist inakzeptabel, dass die Impfstoffe nicht bei den Menschen ankommen“

Care nennt es „inakzeptabel, dass die Impfstoffe, die im Südsudan dringend gebraucht werden, nicht bei den Menschen ankommen“. Damit werde es schwierig, eine effiziente Impfkampagne durchzuführen. Länder wie der Südsudan, der ohnehin über ein sehr fragiles Gesundheitssystem und eine starke Impfskepsis verfügten, müssten für ihre Impfkampagne besonders unterstützt werden.

Es brauche dringend globale Investitionen, um eine schnellstmögliche Lieferung von Impfstoffen für mindestens 20 Prozent der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen weltweit zu gewährleisten, so Care. „Nur so kann die Pandemie bis Ende des Jahres deutlich verlangsamt werden. Im Falle des Südsudans erfordert dies allein Investitionen in Höhe von 54 Millionen Euro für Logistik.“

Männer beim Impfen bevorzugt?

Bei der Verteilung der Impfdosen müsse zudem sichergestellt werden, dass Frauen und Männer gleichermaßen berücksichtigt werden. Aktuell seien in den Gebieten, in denen Care tätig ist, mehr als 70 Prozent der COVID-19-Fälle weiblich. „Dennoch bekommen sie im landesweiten Vergleich nur 25 Prozent der verfügbaren Impfdosen.“

70 Prozent des Gesundheitspersonals, das an vorderster Front gegen die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie kämpfe, sei weiblich. Dennoch würden Frauen bei der Verteilung der Impfstoffe benachteiligt. Dies liege vor allem an einer Kombination aus sozialen Normen, die Frauen beispielsweise den Zugang zu medizinischen Dienstleistungen erschweren, und an dem verbreiteten Glauben, dass sich Männer eher mit COVID-19 infizieren als Frauen.

Zuletzt befürchten viele Frauen nach Care-Angaben fälschlicherweise, durch eine Impfung unfruchtbar zu werden. Hier müssten dringend Mobilisierungs- und Aufklärungskampagnen gestartet werden, um diese spezifischen Barrieren zu überwinden.

(care – sk)
 

12 August 2021, 10:51