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Demonstration wegen des Spionage-Skandals in Indien Demonstration wegen des Spionage-Skandals in Indien  (AFP or licensors)

Indischer Bischof verurteilt Pegasus-Spionageskandal

Als „völlig unethisch“ hat der Kommunikationsbeauftragte der indischen Bischofskonferenz den unlauteren Gebrauch der Spionagesoftware Pegasus durch die indische Regierung verurteilt.

Bischof Salvadore Lobo von Baruipur erinnerte an das in der Verfassung verankerte Grundrecht auf Privatsphäre. Dass die Regierung in bestimmten Fällen Informationen sammele, um die nationale Sicherheit zu garantieren, sei nachvollziehbar, so der Bischof gegenüber Ucanews. „Aber nur eine bestimmte Gruppe oder Person ins Visier zu nehmen, ist inakzeptabel“ und stelle eine „Bedrohung für die Bürger eines demokratischen Landes“ dar, stellte er klar.

Medienberichten zufolge soll die in Israel hergestellte Spionagesoftware Pegasus in Indien dazu verwendet worden sein, um mehr als 300 indische Telefonnummern zu verfolgen, darunter die von Journalisten, Politikern, Regierungsbeamten und Rechtsaktivisten.

Pegasus-Projekt

Investigative Journalisten hatten den Skandal gemeinsam mit Amnesty International bekannt gemacht. Im Rahmen des so genannten „Pegasus-Projekts“ versuchen die Aktivisten in Arbeitsteilung mit verschiedenen Medien länderübergreifend den systematischen Missbrauch der Software durch staatliche Stellen aufzudecken. Die Pegasus Software sollte ursprünglich der Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung dienen, wird aber offenbar vielfach zur Behinderung und Verfolgung von Regierungs- und Regimekritikern missbraucht.

(ucanews/vatican news – pr)
 

21 Juli 2021, 10:35