Suche

Amtssitz des katalanischen Regierungschefs: Palau de la Generalitat in Barcelona Amtssitz des katalanischen Regierungschefs: Palau de la Generalitat in Barcelona 

Spanien: Kirche in Katalonien für Begnadigung

Die Bischöfe Kataloniens sprechen sich für die Begnadigung von zwölf inhaftierten Separatistenführern aus der spanischen Konfliktregion aus. Es brauche „Barmherzigkeit und Vergebung“, um „eine harmonische Entwicklung der gesamten Gesellschaft zu ermöglichen“.

Mit diesen Worten zitieren spanische Medien am Freitag aus einer Erklärung der Katalanischen Bischofskonferenz.

Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sanchez hofft, mit dieser Geste den seit Jahren festgefahrenen Katalonien-Konflikt beenden zu können. Die Bürgeraktivisten und ehemaligen Mitglieder der separatistischen Regionalregierung von Carles Puigdemont wurden wegen der Durchführung eines illegalen Unabhängigkeitsreferendums 2017 zu bis zu 13 Jahren Haft verurteilt. Der Oberste Gerichtshof sprach sie des Landfriedensbruchs und der Veruntreuung öffentlicher Gelder für schuldig. Unter ihnen befanden sich Kataloniens Parlamentspräsidentin Carme Forcadell, Vize-Regierungschef Oriol Junqueras und weitere Minister.

Spaniens Ministerpräsident Sanchez will die inhaftierten Separatistenführer bereits in den kommenden Wochen begnadigen, um einen Dialog mit der neuen, ebenfalls separatistischen Regionalregierung in Barcelona zu starten. Ein Großteil der spanischen Bevölkerung außerhalb Kataloniens spricht sich allerdings klar gegen die Begnadigung aus.

Dieses Plakat in Madrid fordert, dass die Separatisten ihre komplette Haftstrafe absitzen sollen
Dieses Plakat in Madrid fordert, dass die Separatisten ihre komplette Haftstrafe absitzen sollen

Spanische Bevölkerung mehrheitlich gegen Begnadigung der Separatisten

Laut einer aktuellen Umfrage der Zeitung „El Mundo“ meinen 61 Prozent der Bevölkerung, die katalanischen Separatisten hätte die Freilassung nicht verdient. Auch Spaniens Oberster Gerichtshof und die Staatsanwaltschaft sprechen sich wegen der Schwere der Straftatbestände, der kurzen Haftzeit, aber vor allem wegen des völligen Fehlens von Reue der Inhaftierten klar gegen eine Begnadigung aus. Am Wochenende hatten Spaniens rechtskonservative Oppositionsparteien in Madrid zu einer Protestdemonstration gegen die Begnadigung aufgerufen, an der mehrere tausend Menschen teilnahmen.

Die Bischöfe der zehn katalanischen Diözesen unterstützen dagegen die Gewährung der „Gnadenmaßnahmen“ zur Lösung der Konflikte. Um gesellschaftlichen Frieden in Katalonien wiederzuerlangen, bedürfe es mehr „als nur der Anwendung des Gesetzes“. Es brauche nun das „aufrichtige Gefühl von Barmherzigkeit und Vergebung“, so die Bischöfe.

(kna – sk)
 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

18. Juni 2021, 11:44