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Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen 

EU-Bischöfe: Politik dankbar für kirchliche Lösungsansätze

Der Vize-Präsident der COMECE, der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, sieht in der Europäischen Union Dankbarkeit für Lösungsansätze der Kirche in verschiedenen gesellschaftspolitischen Fragen. Overbeck nannte die Migrationskrise und die Aufarbeitung der Folgen der Coronapandemie.

Sicherlich sei die Tradition in Europa im Hinblick auf Staat und Kirche „sehr unterschiedlich“, weshalb auch politische Resonanz auf konkrete einzelne Fragen von Land zu Land anders ausfallen könne, sagte der Vize-Präsident der COMECE im Gespräch mit uns. Aber: „Vieles, was wir sozial auf den Weg gebracht haben, um die Pandemie zu verwinden, aber auch vor allem Ansätze, die Migrationskrise zu bewältigen, stößt auf sehr viel Dankbarkeit und große Achtsamkeit. Gleichzeitig werden immer wieder auch Erwartungen an uns gestellt, etwa in Hinblick auf die Frage, die eine der großen Fragen des Pontifikats ist, mit Laudato Si und Fratelli tutti: Wie ist es um den sozialökologischen Umbau der Gesellschaft und der Ökonomie bestellt, was können wir ethisch beitragen, um Menschen zu motivieren, das zu ihrem primären Ziel bei diesem Umbau zu machen?“

Hier zum Hören:

Die COMECE, die Kommission der katholischen Bischofskonferenzen der Europäische Union, beobachtet und berät den politischen Prozess der EU in den Themen und Gebieten, die für die Kirche von Interesse sind. Als die drei größten Herausforderungen heute benannte Overbeck die ökologische Transformation Europas, die soziale Bewältigung der COVID-Krise - „und damit auch die Frage nach den ethischen Bewertungen ökonomischer Entwicklungen, die bedeutsam sind für die Bewältigung der Coronakrise“ – sowie Frieden in Europa und in der Welt.

Seligsprechung für Robert Schuman?

Die COMECE tagt gerade zu ihrer jährlichen Vollversammlung in Rom, am Freitag steht eine Begegnung mit Papst Franziskus auf dem Programm. Darüber hinaus besuchen die Bischöfe verschiedene Kurienbehörden. Für einen der Gründungsväter der Europäischen Union, Robert Schuman, läuft ein Seligsprechungsverfahren.

„Frieden auf Dauer in Europa hat wesentlich mit sozialen und ökonomischen Fragen zu tun“

„Wir haben soeben mit dem Postulator dieses Prozesses in San Luigi dei Francesi gesprochen und gehört, dass es einen guten Fortschritt gibt, nachdem dieser Prozess ja schon seit dem Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre auf den Wer gebracht worden ist, also über 30 Jahre schon dauert. Es zeigt sich, dass wir es hier mit einem ganz eindrücklichen Menschen zu tun haben, einer Persönlichkeit, die sowohl aufgrund ihrer Geschichte französisch und deutsch geprägt ist, die gleichzeitig Politik gemacht hat, um zu zeigen: Frieden auf Dauer in Europa hat wesentlich mit sozialen und ökonomischen Fragen zu tun und ist nicht einfach eine militärisch zu lösende Frage. Das fand ich in den Diskussionen heute Morgen sehr eindrücklich, und ich hoffe, dass es einen guten Fortgang nimmt.“

Wann mit einer Seligsprechung zu rechnen ist, lässt sich aus verschiedenen Gründen noch nicht sagen, so Bischof Overbeck. „Dafür ist auch nötig, dass es ein Wunder geben muss. Und da hoffen die Verantwortlichen, dass es bald erfolgreich sein könnte.“

(vatican news – gs)

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10. Juni 2021, 12:24