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Vatican News
Einwohner des Dorfes Lukodi hören einer Radio-Sendung zu Einwohner des Dorfes Lukodi hören einer Radio-Sendung zu  (AFP or licensors)

Uganda: „Ganz viele Leute sind jetzt bitter arm“

„Man muss ertragen können, nur dem einen oder anderen zu helfen“: Mit diesen Worten hat die Ordensfrau Schwester Elisabeth Brunmayr ihre Arbeitssituation im ostafrikanischen Uganda beschrieben.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sei die Armut und Arbeitslosigkeit stark gestiegen; viele Menschen hätten in Folge begonnen, in der Nähe ihres Hauses oder ihrer Wohnung Kohle, Tomaten, Matoke (Kochbananen) oder Fisch zu verkaufen. Es gebe aber schlicht zu wenig Kunden. „Ganz viele Leute sind jetzt bitter arm“, berichtete die Ordensfrau von den Marienschwestern vom Karmel in Linz in einem Beitrag auf der Website der österreichischen Ordensgemeinschaften.

Die gravierenden Folgen der Armut betreffen auch die Sicherheit und den Gesundheitsbereich: „Stehlen ist an der Tagesordnung. Schlimm sind besonders die organisierten Banden. Arme Leute gehen gar nicht mehr zur Polizei, weil es sowieso nichts nützt“, so die Ordensfrau.

Medikamente sind teuer

Zusätzlich könnten viele Menschen die Krankenhaus-Rechnungen nicht mehr bezahlen. „Unsere Leute bringen es bis jetzt noch nicht übers Herz, einem Kranken nicht die entsprechende Hilfe zu geben. Aber die Medikamente sind teuer, Miete muss bezahlt werden und auch das ärztliche Personal möchte etwas Geld für seine Arbeit bekommen“, beschrieb Schwester Brunmayr die triste Lage vor Ort.

Seit 2002 engagieren sich die Marienschestern in Uganda, so auch Brunmayr, die gemeinsam mit ihren Mitschwestern die Einladung des dortigen Bischofs angenommen hatte, vor Ort zu leben und zu wirken. Die Ordensfrauen kamen inmitten des Bürgerkriegs in Nord-Uganda zwischen der Lord's Resistance Army (LRA) und der ugandischen Armee, der von 1987 bis 2006 tobte, ins ostafrikanische Land - einer der längsten gewaltsamen Konflikte Afrikas. Aktuell leitet Schwester Brunmayr ein Bildungshaus in der Diözese Kiyinda-Mityana.

Schulen bleiben geschlossen

Zwar könnten nun Kinder und Jugendliche wieder in die mittlerweile aufgesperrten Schulen gehen, jedoch fehle es den meisten Schülern an den finanziellen Mitteln, berichtete Schwester Brunmayr. Umgekehrt könnten aber auch viele Schulen nicht mehr aufsperren, weil sie finanziell nicht dazu in der Lage sind, den Betrieb wiederaufzunehmen. „Ein Kreislauf, der nur Verlierer bringt“, so die Ordensfrau.

Die Marienschwestern unterstützen die Schüler nun beim Bezahlen ihrer Schulden, damit zumindest Schüler der Abschlussklassen der Volksschule, Hauptschule und Maturaklassen ihre Abschlussprüfungen machen können „und nicht ein ganzes Jahr verlieren, und dadurch auch das Geld, das viele Eltern mühsamst zusammengerauft haben“.

Zum Thema Impfung und Corona meinte Schwester Brunmayr wörtlich: „Wir wissen nicht recht, wie wir dran sind“. Man wisse zwar, dass medizinisches Personal bereits geimpft wurde, auch die Corona-Todesfälle sollen sich „in Grenzen halten“, jedoch spreche die Öffentlichkeit nicht von jenen Menschen, die an den sekundären Folgen von Corona gestorben wären. Zu diesen zählte die Schwester etwa AIDS- oder Malariakranke, die keinen Zugang zu Medizin hatten.

(kap – sk)

17 Mai 2021, 13:56