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Vatican News
Muslime im Shah-Alam-Park von Kuala Lumpur Muslime im Shah-Alam-Park von Kuala Lumpur  (ANSA)

Malaysia: Islamführer besorgt über wachsenden Extremismus

Mit Sorge sehen prominente Islamführer in Malaysia das Erstarken fundamentalistischer Tendenzen. In den Medien rufen sie zu religiöser Harmonie und nationaler Eintracht auf.

Namentlich der für religiöse Fragen verantwortliche Minister Zulkifli Mohamad Bakri riet seinen Mitbürgern, keine Angst vor einer pluralistischer werdenden Gesellschaft zu haben. „Der Islam ist in Malaysia die offizielle Religion, doch zugleich wird schon seit langer Zeit Religionsfreiheit praktiziert“, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur.

Religionsfreiheit sei in der Verfassung festgeschrieben und gelte keineswegs nur für Muslime, sondern auch für andere Religionen, „solange sie nicht den öffentlichen Frieden stören“. Ähnlich argumentiert Shah Kirit Kakulal Govindji, Präsident des islamischen Verbands "Global Unity Network“: „Auf andere Religionen herabzusehen oder sie zu beleidigen, so etwas sollte es in Malaysia nicht geben.“

„Die Regierung und religiöse Gruppen überwachen die Kirchen sehr genau“

Ungefähr zehn Prozent von Malaysias 32 Millionen Einwohnern sind Christen. Sie werden oft zu Zielscheiben verbaler Gewalt aus islamistischen Kreisen oder von Diskriminierung durch Behörden. „Die Regierung und religiöse Gruppen überwachen die Kirchen sehr genau“, erklärt der internationale Verband „Open Doors“.

Christen dürften mit Muslimen nicht über den christlichen Glauben sprechen; wer vom Islam zum Christentum übertrete, werde verfolgt. „Jeder ethnische Malaie gilt automatisch als Muslim.“ Übertretern zum Christentum drohten die Zwangsscheidung, die Verstoßung durch ihre Familie und die Einweisung in ein Umerziehungs-Lager.

Wichtiges Urteil des Obersten Gerichts

Das Oberste Gericht Malaysias hat letzten Monat Christen erlaubt, das Wort „Allah“ für „Gott“ zu benutzen; ein langjähriges, entsprechendes Verbot wurde als Verstoß gegen die Verfassung eingestuft und aufgehoben. Darauf reagierten mehrere muslimische Politiker und Religionsführer verärgert. Einer der geäußerten Vorwürfe lautete, Christen eigneten sich islamische Praktiken an.

In den letzten Jahren hat auch die Sozialarbeit von Christen für Unmut bei Muslimen gesorgt. Sie befürchteten, die Christen wollten die Armen und schlecht Ausgebildeten auf ihre Seite ziehen.

Erzbischof mahnt Katholiken zur Zurückhaltung

Die katholische Kirche hat das Urteil von letzter Woche begrüßt. Zugleich bat Erzbischof Julian Leow Beng Kim von Kuala Lumpur die Katholiken, sich zurückzuhalten und Respekt gegenüber ihren muslimischen Mitbürgern zu zeigen. Es sei wichtig, „zusammenzustehen und gegenseitiges Verständnis zu pflegen“.

(ucanews – sk)
 

26 April 2021, 12:13