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Einwohner von Bagdad vor dem brennenden Krankenhaus Einwohner von Bagdad vor dem brennenden Krankenhaus 

Irak: „Nationale Katastrophe“

Mit Bestürzung reagiert auch die irakische Kirche auf den Brand eines Corona-Krankenhauses in Bagdad, der mindestens 82 Menschen das Leben gekostet und mehr als hundert Menschen verletzt hat.

Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Sako spricht von einer „humanitären, nationalen Katastrophe“. „Die ganze irakische Bevölkerung steht unter Schock von dieser Tragödie“, sagte der Kardinal Montagmorgen zu Radio Vatikan. Er sei selbst noch am Sonntagnachmittag zu dem Krankenhaus gegangen, habe die Zerstörung gesehen und Kerzen für die Verstorbenen angezündet.

„Sie sind ins Krankenhaus gegangen, um gesund zu werden und nicht um zu sterben, es ist ein Schock für alle, auch für uns“. Die Kirche zeige ihre Nähe zu den Angehörigen, er selbst habe 10.000 Dollar für Familien gespendet, die bei dem Brand in Bagdad einen Angehörigen verloren haben.

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Frage nach der Verantwortung

Sako sprach auch von „absurden Vorgängen“ und fragte nach der Verantwortung für das Desaster, das er mit der Explosion im Hafen von Beirut im benachbarten Libanon verglich. Hilfsgelder zum Wiederaufbau aus dem Ausland und aus dem Irak selbst flössen „in die Taschen der Verantwortlichen, statt die Krankenhäuser und Schulen herzurichten“, sagte der Kardinal. Solche „beschämenden Desaster“ dürften sich nie mehr wiederholen.

Beisetzung von Opfern des Brandes
Beisetzung von Opfern des Brandes

Kirche greift betroffenen Familien finanziell unter die Arme

In einer Erklärung des Patriarchats heißt es: „Als Kirche erklären wir unsere Unterstützung für die Bemühungen der Regierung, der Sicherheitskräfte und aller gutwilligen Iraker, Frieden und Stabilität herzustellen, um den Menschen im Land zu dienen.“ 

Auch Papst Franziskus, der Bagdad im März besucht hat, betete am Sonntag bei seinem österlichen Mittagsgebet von Rom aus für die Opfer in der irakischen Hauptstadt. Viele der ums Leben Gekommenen lagen im Moment des Brandes auf der Intensivstation; Ministerpräsident Mustafa Khadimi hat drei Tage Staatstrauer ausgerufen.

Irak ist derzeit das am meisten von der Corona-Pandemie betroffene arabische Land. Seit dem Beginn der Pandemie im Februar letzten Jahres sind nach offiziellen Angaben 15.000 Menschen an oder mit Corona gestorben. 300.000 Iraker haben bisher eine Impfstoff-Dosis erhalten; das wurde durch Spenden und durch das internationale Covax-Programm möglich.

(sir – sk)
 

26 April 2021, 10:08