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Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Rai bei einer Sonntagspredigt (Aufnahme vom November 2020) Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Rai bei einer Sonntagspredigt (Aufnahme vom November 2020)  

Libanon: Kardinal Rai kritisiert illegalen Waffenbesitz

Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Boutros Raï hat sich erneut zur politischen und institutionellen Krise im Land geäußert. In seiner Sonntagspredigt erklärte der Kardinal, das Waffenmonopol müsse allein beim Militär liegen.

Indirekt übte der Kardinal so auch Kritik an der Hisbollah. Militär und Volk dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, mahnte der Kirchenmann zudem in seiner Predigt, wie AsiaNews berichtet. Das Militär müsse Bollwerk der Demokratie sein und dürfe Repressionen nicht fördern. „Es ist mit all seinen Komponenten Symbol der nationalen Einheit“, betonte der Kardinal. Niemand habe das Recht, das Militär zu einer Armee für die herrschende Fraktion zu machen. Explizit kritisierte Kardinal Rai die Regierung dafür, dass sie dem Militär befahl, von Demonstranten blockierte Straßen wieder zu öffnen. Junge Demonstranten nahm er in Schutz - sie seien die Hoffnung der Zukunft, so der Patriarch.

Kardinal befürwortet UN-Sonderkonferenz  

„Das Volk ist Opfer der Machtkämpfe unter den Leuten an der Spitze“

„Das Volk ist Opfer der Machtkämpfe unter den Leuten an der Spitze (…) Ungeachtet der internationalen Appelle und Hilfen scheinen sie jegliches nationale Gewissen und Mitleid verloren zu haben“, so Kardinal Rai.

Das Oberhaupt der maronitischen Kirche hatte sich bereits zuvor auch politisch geäußert. Für sein Heimatland forderte Kardinal Rai wiederholt den Kurs einer aktiven Neutralität, um es aus der anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Krise zu führen. In früheren Predigten beim Sonntagsgottesdienst in Bkerke sprach sich Kardinal Rai etwa für eine UN-Sonderkonferenz zu diesem Thema aus.

(asianews - sst)

15 März 2021, 14:46