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Patriarch Béchara Boutros Raï Patriarch Béchara Boutros Raï  (DRB)

Patriarch fordert: „UN-Sonderkonferenz für den Libanon”

Kardinal Béchara Boutros Raï drängt auf eine internationale Sonderkonferenz unter Führung der Vereinten Nationen, die sich der Krise des Libanon annehmen soll.


Bei seiner Sonntagspredigt schlug der maronitische Patriarch eine „internationale Konferenz“ vor, um die Blockade der Regierungsbildung zu lösen und dem Libanon neue Stabilität zu geben. Das Land, das sich in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise befindet, brauche „dauerhafte Garantien“ und eine „klare verfassungsmäßige Autorität“, sagte der maronitische Patriarch in Bkerke. Bisherige nationale, arabische und auch internationale Vermittlungsbemühungen für den Libanon seien „vergeblich“ gewesen, klagte Raï. Vor diesem Hintergrund hofft er darauf, dass eine UN-geführte Sonderkonferenz helfen kann.

Keine Regierung seit dem 4. August

Der Libanon ist seit dem 4. August ohne politische Führung. Bislang konnte keine Einigung auf eine neue Regierung erzielt werden. Zu den Ursachen dafür zählen auch die institutionellen Spannungen zwischen dem zuständigen Ministerpräsidenten und Präsident Michel Aoun um die Ministerliste. Zuletzt hatte sich der Druck auf eine Regierungsbildung auch aus dem Ausland erhöht.

Papstbrief an den Libanon

In einem Solidaritäts-Brief an den Libanon hatte Papst Franziskus an Weihnachten an die politischen und religiösen Führer des Libanon appelliert, über ihren Schatten zu springen und zum Wohl des Landes zusammenzuarbeiten. Die Explosion im Hafen von Beirut und die Corona-Pandemie hat dem Land wirtschaftlich stark zugesetzt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung soll inzwischen unter der Armutsgrenze leben.

(asianews – pr)
 

08 Februar 2021, 12:59