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Vatican News
Jerusalem, dieser Tage im Schnee Jerusalem, dieser Tage im Schnee  (AFP or licensors)

Heiligland-Franziskaner starten Online-Kreuzweg

„Hic - Auf dem Weg des Kreuzes" heißt ein neues Projekt der Heiligland-Franziskaner. Es soll Betende, die wegen der Covid-19-Pandemie nicht nach Jerusalem pilgern können, in der Fastenzeit virtuell über die Via Dolorosa in Jerusalem führen. Wir sprachen mit dem Kustos des Heiligen Landes, Pater Francesco Patton.

Francesca Sabatinelli und Gudrun Sailer – Vatikanstadt

„Da die Pilger nicht physisch ins Heilige Land kommen können, um wöchentlich die Via Dolorosa zu gehen, dachten wir, wir gehen hin, um die Pilger zu treffen. Denn wir wissen, dass in der ganzen Welt viele ihre Augen und Herzen nach Jerusalem richten", sagte Patton im Gespräch mit uns. Hunderte Gläubige gehen in normalen Jahren an den Freitagen der Fastenzeit den Kreuzweg in der Altstadt von Jerusalem.

Hier zum Hören:

Der Online-Kreuzweg reflektiere die traditionellen Stationen mit Texten, die den Pilgern auf der ganzen Welt helfen sollen, „den tiefsten Sinn ihres eigenen Lebens, ihrer eigenen Existenz zu finden, eine Botschaft der Hoffnung in einer schwierigen Zeit wie der unseren, einer Zeit des Leidens“, sagte Patton. Es gehe um eine Interpretation des Leidens „in einer österlichen Tonart, denn das ist der Sinn des Kreuzweges".

Der Beginn der Via Dolorosa - Aufnahme von 2018
Der Beginn der Via Dolorosa - Aufnahme von 2018

Videos für jede einzelne Station

Jede Station ist bei dem Online-Kreuzweg der Franziskaner als kurzes Video vertreten. Es beginnt mit Bildern von Jerusalem, wo die in den Evangelien erzählten Begebenheiten stattfanden. Die Meditationen tragen Ordensleute der Kustodie vor, jeder in seiner Muttersprache aus einer anderen Wallfahrtsstätte des Heiligen Landes. Das, sagt Patton, ist ein „Zeugnis für die internationale Wirklichkeit" der Franziskaner und letztlich des Christentums. 

Pilger, die wieder pilgern wollen

Pater Pattons Hoffnung ist, dass die Gläubigen Ostern 2021 gelassener leben können als im letzten Jahr. Das Heilige Land erhole sich langsam von der Pandemie, die Corona-Impfungen in Israel hätten inzwischen einen großen Teil der Bevölkerung erfasst. Aber das Land ist immer noch geschlossen, und das Ausbleiben der Pilger hat schwere wirtschaftliche Folgen für die kleine christliche Gemeinde, deren Handwerksläden, besonders in Bethlehem und Jerusalem, seit Monaten geschlossen sind. 

Jerusalem zu Beginn der Fastenzeit
Jerusalem zu Beginn der Fastenzeit

„Wir versuchen, für die Pilger so viel wie möglich auch die verschiedenen Feste zu vermitteln, die mit den einzelnen Wallfahrtsstätten verbunden sind“, sagt Patton. „Auf diese Weise können die virtuellen Pilger, Menschen in Fleisch und Blut, die das Heilige Land vielleicht schon besucht haben, die Orte durchlaufen, an denen auch ihr Glaube gewachsen ist, und das halte ich für wichtig."

Geistliche Hinführung auf die Karwoche 

Das Projekt ist als geistliche Hinführung auf die Karwoche konzipiert. Der virtuelle Kreuzweg endet in den Kartagen und macht so dem Gedenken an das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu Platz.

Danach werde es das ganze Jahr über eine Reihe von Feiern und Andachten online geben, kündigte Patton an. Sie sollen „den Gläubigen aus aller Welt und den Pilgern das Gefühl geben, dass sie immer noch in Kontakt mit diesem Land sind, in der Hoffnung, dass sie bald zurückkehren können“.

Bis zur Karwoche bietet die Kustodie des Heiligen Landes ihren Online-Kreuzweg jeden Dienstag und Freitag auf ihren sozialen Medien. Der letzte Termin ist Dienstag, 30. März.

(vatican news)

19 Februar 2021, 12:29