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Auch der Währungsfonds soll nach dem Willen von CIDSE seinen Beitrag zu einem Schuldenerlass und einer Erholung von schwächelnden Wirtschaften leisten Auch der Währungsfonds soll nach dem Willen von CIDSE seinen Beitrag zu einem Schuldenerlass und einer Erholung von schwächelnden Wirtschaften leisten 

G-20-Treffen: Katholischer Verband fordert Schuldenerlass für arme Länder

Der Verband katholischer Organisationen CIDSE hat an die G-20-Staaten appelliert, armen Ländern ihre Schulden zu erlassen, um eine nachhaltige Erholung ihrer Wirtschaften nach der Corona-Pandemie zu gewährleisten.

Bei seinem Appell beruft sich CIDSE auch auf Papst Franziskus, der bereits im Februar des vergangenen Jahres, zu Beginn der Pandemie, einen sofortigen Schuldenerlass für arme Länder gefordert hatte. Der Verband europäischer und nordamerikanischer katholischer Organisationen, die sich für Gerechtigkeit einsetzen und einen nachhaltigen Wandel anstreben, wendet sich mit seinem Appell an die Finanzminister und Leiter der Zentralbanken des G-20-Raumes, die an diesem Freitag unter dem Vorsitz Italiens in einer virtuellen Sitzung zusammenkommen. 

Ungleichheiten haben sich verschärft

„Neben dem tragischen Verlust von Menschenleben“, so erinnert CIDSE auf seiner Webseite, „hat COVID-19 die Gesundheitssysteme in vielen armen Ländern bis zum Äußersten belastet, Millionen von Menschen ohne Arbeit und Lebensunterhalt zurückgelassen und die Volkswirtschaften belastet.“ Außerdem habe die Krise bereits bestehende Ungleichheiten noch deutlich verschärft, „wobei mächtigere Länder ihre Position und Macht nutzen können, um sich den Zugang zu Impfstoffen zu sichern und ihre eigene wirtschaftliche Erholung zu unterstützen“, nimmt der Verband Bezug auf die aktuelle Diskussion über gerechte Impfstoffverteilung. Auch die Herausforderungen für Länder, die unter dem Klimawandel litten, hätten sich mit der Pandemie noch verschärft. 

Ein Schuldenerlass sei der schnellste Weg, um eine nachhaltige Erholung der betroffenen Länder zu ermöglichen, begründet CIDSE seinen Vorstoß. Langfristig seien jedoch eine dauerhafte Umschuldung und neue Finanzmittel erforderlich, „um Gesellschaften und Volkswirtschaften wieder aufzubauen, die die Bedürfnisse der ärmsten und verletzlichsten Menschen an die erste Stelle setzen, sich um unser gemeinsames Haus kümmern und die Klimakrise bewältigen“.

Auf die Krise mit Zusammenarbeit, Solidarität und Führung reagieren

Daher appelliere man an die Finanzminister der G-20-Staaten, auf die Krise mit der „notwendigen globalen Zusammenarbeit, Solidarität und Führung zu reagieren“. Im Einzelnen handele es sich bei den anzugehenden Initiativen um eine „neue und bedeutende Ausgabe von 3 Billionen US-Dollar Sonderziehungsrechten (SZR)“ durch den Internationalen Währungsfonds (IWF), um damit einen „gerechten und nachhaltigen Wiederaufbau“ nach der Krise zu unterstützen. Damit müsse einhergehen, das „Schuldenmoratorium durch die DSSI (Debt Service Suspension Initiative)“ zu verlängern (CIDSE spricht von mindestens vier Jahren) sowie dieses auf mehr Länder auszudehnen, darunter auch diejenigen, die besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden. 

Darüber hinaus fordert CIDSE, dass auch private Gläubiger der Länder, die in Schwierigkeiten sind, dazu gezwungen werden, „sich an allen Umschuldungen und Schuldenerlassen zu beteiligen“. Außerdem sei die Unterstützung eines permanenten Schuldenerlass-Mechanismus wünschenswert, um damit den Ländern, die sich einer untragbaren Schuldenlast gegenübersehen, eine rechtzeitige, umfassende und faire Umschuldung ohne Bedingungen zu ermöglichen.

(pm - cs)

26 Februar 2021, 13:32