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Patriarch Bartholomaios I. und der damalige griechische Premier Alexis Tsipras besuchten Halki 2019 Patriarch Bartholomaios I. und der damalige griechische Premier Alexis Tsipras besuchten Halki 2019  (AFP or licensors)

Türkei: Fünfzig Jahre Ende

Sie war die wichtigste Stätte akademischer theologischer Bildung des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Vor genau fünfzig Jahren wurde die Theologische Hochschule auf Halki – und mit ihr das orthodoxe Priesterseminar – geschlossen. Bisher blieben alle Versuche zur Wiedereröffnung vergeblich.

„Wir beten jeden Tag für die Wiedereröffnung“, sagte der Abt des Dreifaltigkeitsklosters auf Halki (und Rektor der stillgelegten Hochschule), Bischof Kassianos (Notis), am Dienstag beim feierlichen Gottesdienst in der Klosterkirche.

Seminar und Hochschule von Halki zählten bis zur Schließung zu den bedeutendsten theologischen Bildungsanstalten der Orthodoxie weltweit. In diesem Zusammenhang war von besonderer Bedeutung, dass Halki immer für eine ökumenisch interessierte Theologie stand. Aus der Hochschule gingen nicht nur viele Bischöfe, Priester und Äbte hervor, sondern auch viele Persönlichkeiten anderer akademischer Bereiche aus dem ganzen östlichen Mittelmeerraum.

Die Hochschule wäre sofort wieder betriebsbereit

In den Jahrzehnten seit 1971 wurde Halki vom Ökumenischen Patriarchat ständig instandgehalten, auch wenn kein großer Modernisierungsschub (mit Ausnahme des digitalen Bereichs) möglich war. Theoretisch könnten das Seminar und die Theologische Hochschule sofort wiedereröffnet werden.

Eine orthodoxe Kirche
Eine orthodoxe Kirche

Das Seminargebäude von Halki wurde neben den Ruinen des Dreifaltigkeitsklosters erbaut, das von Patriarch Photios I. im 9. Jahrhundert gegründet worden war. Im Jahre 1844 widmete Patriarch Germanos IV. das Kloster in eine Theologische Hochschule um. Die Einweihung fand am 23. September 1844 statt. Alle Gebäude, außer der Kapelle, wurden durch ein Erdbeben im Juni 1894 zerstört und daraufhin neu errichtet, um im Oktober 1896 eingeweiht zu werden.

EU will mit Ankara über Halki sprechen

Im Jahre 1971 wurde Halki durch ein Gesetz geschlossen, das den Betrieb von privaten Universitäten verbietet. Die USA, die Europäische Union und Russland setzen sich seit Jahren für die Wiedereröffnung der renommierten akademischen Ausbildungseinrichtung ein. Die Europäische Union hat in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei das Thema der Wiedereröffnung der Hochschule auf die Liste der Forderungen an Ankara gesetzt. Es wird im Zusammenhang mit Behinderungen der freien Religionsausübung der Christen in der Türkei behandelt.

(pro oriente – sk)
 

13 Januar 2021, 10:06