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Am Meer in Beirut, der Hauptstadt des Libanon Am Meer in Beirut, der Hauptstadt des Libanon  (AFP or licensors)

Libanon: Kardinal Rai ruft Regierende zu Einigung auf

Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Boutor Rai ruft Libanons Politik zur Einigung für eine Regierungsbildung auf. Einzelinteressen und die Logik eines „Aufteilens des Kuchens“ müssten zugunsten des „nationalen Gewissens“ überwunden und im Interesse des Libanon gehandelt werden, sagte der Kirchenführer am Sonntag in Bkerke.

Erneut sprach sich Rai für die Bildung einer Regierung aus „wirklich unabhängigen Spezialisten mit einem nationalen Gewissen“ aus. Der Libanon brauche jetzt eine „Einigung“, sagte der Kardinal an Präsident Michel Aoun und Ministerpräsident Saad Hariri gerichtet. 

Eine neue Regierung muss den Libanon aus einer schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise führen. Bislang konnte keine Einigung erzielt werden, die Verhandlungen erlitten um zuletzt sogar eher Rückschläge.

Bereits zu Jahresbeginn hatte Patriarch Rai es als „Schande“ bezeichnet, dass das neue Jahr im Libanon ohne eine neue Regierung beginnen müsse. Die politischen Führer müssten dafür die Verantwortung übernehmen und sich um eine Lösung bemühen, appellierte er: „Die Rettung ist nicht ohne Risiken“, knüpfte der Maronitenpatriarch am Sonntag bei seiner Predigt daran an, doch „alle diese Risiken sind nichts angesichts der Hypothese eines totalen Zusammenbruchs“, stellte er fest.

Papstbotschaft an das Krisenland

In einem Solidaritäts-Brief an den Libanon hatte Papst Franziskus an Weihnachten an die politischen und religiösen Führer des Libanon appelliert, über ihren Schatten zu springen und zum Wohl des Landes zusammenzuarbeiten. „Helfen wir dem Libanon, bei den Konflikten und Spannungen in der Region außen vor zu bleiben“, appelliert er dabei zugleich an die internationale Gemeinschaft. „Helfen wir ihm, aus der schweren Krise herauszufinden und sich wieder zu erholen.“

(asianews/vatican news – pr)
 

04 Januar 2021, 10:18