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Pizzaballa und Theophilus - Archivbild Pizzaballa und Theophilus - Archivbild 

Jerusalem: Patriarchen unter sich

Der neue Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierre Battista Pizzaballa, hat am Samstag erstmals seit seiner Ernennung das griechische Patriarchat von Jerusalem besucht.

Das orthodoxe Kirchenoberhaupt Theophilus empfing seinen Amtsbruder „nicht als Fremden, sondern als alten und vertrauten Freund“, wie es in einer Mitteilung heißt. Mit dem schon zuvor als Franziskanerkustos und dann als Erzbischof tätigen Ordensmann habe Papst Franziskus für die römisch-katholische Kirche im Heiligen Land einen Geistlichen zum Patriarchen ernannt, „der die Probleme und die Herausforderungen versteht, vor denen die christlichen Gemeinschaften in unserer Zeit stehen“, sagte Theophilus, der zudem die schon bisher enge Zusammenarbeit mit Pizzaballa hervorhob.

Pizzaballa habe sich in seiner bereits 30-jährigen Tätigkeit im Heiligen Land als „treuer Seelsorger“ aller ihm anvertrauten Gläubigen erwiesen, betonte Theophilus. „Sie sind mit Ihrem Volk an diesem Ort zutiefst vertraut.“ Viel habe er auch zum Aufbau der ökumenischen Zusammenarbeit zwischen den Bruderschaften und Gemeinschaften der Konfessionen beigetragen. Dieser Einsatz habe „greifbare Früchte“ hervorgebracht, die angesichts der vielen Herausforderungen vor Ort für die „Verteidigung der christlichen Präsenz im Heiligen Land und der Bewahrung der Integrität der Heiligen Stätten für die ganze Welt“ von großer Bedeutung seien.

„Nie zuvor hat sich die Zusammenarbeit zwischen unseren Gemeinschaften als so effektiv und produktiv in unserer gemeinsamen Mission erwiesen“

Besonders unterstrich der Patriarch die Bedeutung des zwischen der orthodoxen und lateinischen Kirche gewachsenen Vertrauens. „Nie zuvor hat sich die Zusammenarbeit zwischen unseren Gemeinschaften als so effektiv und produktiv in unserer gemeinsamen Mission erwiesen.“ Besonders dankbar sei er für Pizzaballas „unerschütterlich standhaften“ Einsatz für die gemeinsamen Bemühungen um die Restaurierung der Grabeskirche.

Die Pandemie habe die christliche Mission nur noch komplizierter und dringlicher gemacht. Gegenseitiger Respekt und Zusammenarbeit seien nun „wichtiger als je zuvor“. Die Kommunikation zwischen den Konfessionen gelte es „zu vertiefen und diesen ökumenischen Geist in allem, was wir tun, aufrechtzuerhalten“.

„Hier in Jerusalem sind wir ein Zeuge des authentischen Geistes der Ökumene“

Ebenso wie Jerusalem „der Schoß, aus dem die Kirche geboren wurde“ sei, könne die Heilige Stadt auch heute zum „Schoß, aus dem neue Bemühungen um die Einheit der Kirche hervorgehen können“ werden. Theophilus: „Hier in Jerusalem sind wir ein Zeuge des authentischen Geistes der Ökumene, denn nirgendwo sonst auf der Erde feiern so viele christliche Traditionen gemeinsam an einem Ort in gegenseitigem Respekt, Verständnis und Harmonie. Jeder von uns hat seine eigenen Traditionen, Bräuche und Kulturen, und wir haben ein tieferes Verständnis für die wahre Natur des Dialogs.“ Einen „besonderen Platz“ in dieser ökumenischen Berufung hätten dabei auch „unsere anglikanischen und lutherischen Schwestern und Brüder“.

Als Antrittsgeschenk überreichte Theophilos dem am vergangenen 4. Dezember ins Amt eingeführten lateinischen Patriarchen eine Ikone der renovierten Grabeskirche und ein Emblem seines Patriarchats. Pizzaballa hob in seinen Dankesworten die Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem griechischen Patriarchen hervor. Jerusalem sei zu einem „untrennbaren Teil“ seines Lebens geworden.

(kap – sk)
 

31 Januar 2021, 13:19