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Waren bisher Verbündete: Ministerpräsident Giuseppe Conte (l.) und sein Vorgänger Matteo Renzi Waren bisher Verbündete: Ministerpräsident Giuseppe Conte (l.) und sein Vorgänger Matteo Renzi 

Italien: Katholiken in Sorge über Regierungskrise

Mit Sorge beobachten Katholiken die Krise der Regierungs-Koalition unter Ministerpräsident Giuseppe Conte. Die Kleinpartei „Italia Viva“ des früheren Ministerpräsidenten Matteo Renzi hat ihre Ministerinnen aus dem Kabinett zurückgezogen; damit könnte die Regierung im Senat mitten in der Corona-Krise ohne Mehrheit dastehen.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, sprach am Freitag von „Stunden der Unsicherheit für unser Land“. Er hoffe darauf, dass Staatspräsident Sergio Mattarella einen gangbaren Weg aus der Krise finde. In diesen „schwierigen Monaten“ sei es wichtig, „aufbauend“ zu wirken.

Mehrere katholische Verbände gehen in einer gemeinsamen Stellungnahme an diesem Freitag mit der politischen Führung in Rom ins Gericht. Angesichts der Pandemie und ihrer für Italien jetzt schon verheerenden Folgen könne sich Italien eine Regierungskrise jetzt nicht leisten. Die Verbände, darunter die „Azione Cattolica“, fordern die Politiker zum Dialog und zur Suche nach dem Gemeinwohl auf.

Kardinal Bassetti
Kardinal Bassetti

Über 80.000 Corona-Tote

Die katholische Nachrichtenagentur sir, hinter der Italiens Bischofskonferenz steht, nannte den Zerfall der Koalition in einem Kommentar bereits am Mittwoch „absurd“. Er lasse das Land vor den Augen seiner europäischen Partner in einem schlechten Licht erscheinen.

Kein Staat der EU ist von Corona seit März letzten Jahres so schwer betroffen wie Italien. Über 80.000 Menschen starben; insgesamt infizierten sich über zwei Millionen Italiener mit dem Virus. Der Streit in der Mitte-Links-Regierung entzündete sich an der Verwendung der EU-Coronahilfen für Italien. Sie belaufen sich auf etwa 222 Milliarden Euro.

(sir/azione cattolica/vatican news – sk)
 

15 Januar 2021, 12:53