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Ein syrisches Flüchtlingscamp im Libanon Ein syrisches Flüchtlingscamp im Libanon 

Libanon: Offenbar rassistische Übergriffe gegen Syrer

Von rassistischen Übergriffen gegen Syrer im Libanon berichtet die katholische „Gemeinschaft Papst Johannes XXIII“. Nach der Ermordung eines Libanesen durch einen Syrer in der vergangenen Woche seien in der Gemeinde Bcharre im Norden des Landes 1.400 syrischen Flüchtlinge vertrieben worden.

Der Präsident der vom Vatikan anerkannten und in mehreren Ländern vertretenen Vereinigung, Johannes Paul Ramonda, wandte sich angesichts der Übergriffe mit einem Appell an die internationale Gemeinschaft: „Sie muss eingreifen, bevor die Situation in noch schwerwiegendere Gewalt umschlägt“. Ramonda ist für die Hilfsarbeit der Gemeinschaft im Libanon verantwortlich.

Vertreibung aus der Stadt

 

Nachdem in der vergangenen Woche ein Libanese durch Hand eines Syrers starb, hätten sich libanesische Bürger „in einer regelrechten Jagd auf Syrer“ organisiert, so Ramonda. In Bcharre sei es zu Zusammenstößen gekommen, bei denen zehn Menschen schwer verletzt worden seien. Libanesische Bürger hätten zudem eine Straße abgesperrt, um Hilfen für verwundete Syrer zu unterbinden. Mehrere Häuser seien beschädigt und niedergebrannt worden. Die aus der Stadt vertriebenen 400 Familien müssten derzeit im Freien schlafen und campierten auf den umliegenden Straßen in Kälte und Schnee. 

Hilfsappell

Die „Gemeinschaft Papst Johannes XXIII“, die sich im Libanon seit über fünf Jahren für syrische Flüchtlinge engagiert, drängt angesichts dieser Umstände auf eine schnelle Lösung für die Betroffenen und ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft.

(vatican news – pr)
 

05 Dezember 2020, 09:51