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Joe Biden Joe Biden  (ANSA)

Joe Biden ist der neue US-Präsident

Amerikanischen Medienberichten zufolge hat Herausforderer Joe Biden die US-Präsidentschaftswahlen gewonnen. Der amtierende US-Präsident Donald Trump twitterte unterdessen, er selbst habe die Wahlen mit großem Vorsprung für sich entschieden. Twitter versah den Tweet umgehend mit einem Warnhinweis.

Wie mehrere amerikanische Fernsehsender und Agenturen am Samstagabend übereinstimmend berichteten, habe Biden den umkämpften Bundesstaat Pennsylvania für sich entschieden und damit mehr als die für einen Sieg nötige Anzahl an Wahlmännern hinter sich vereinen können. Biden wird somit der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Der zweite Katholik nach JFK als US-Präsident

„Herzlichen Glückwunsch an unseren zweiten katholischen Präsidenten in der US-Geschichte und unsere erste Vizepräsidentin mit afroamerikanischen und indischen Wurzeln“, twitterte Bischof John E. Stowe aus Lexington, Kentucky, kurz nachdem Nachrichtenagenturen wie Associated Press und die Online-Dienste von „New York Times“ und „Fox News“ verkündet hatten, dass Biden und sein Vizekandidat Kamala Harris das Rennen gemacht hatten.

Auch Biden reagierte mit einem Tweet, in dem er sich bei seinen Wählern bedankte und versprach, ein Präsident aller Amerikaner zu sein – auch derjenigen, die nicht für ihn gewählt hatten. In einer Erklärung sagte er: „Jetzt, da der Wahlkampf vorbei ist, ist es an der Zeit, die Wut und die harsche Rhetorik hinter und zu lassen und als Nation zusammenzukommen.“ Erste Politiker aus dem Ausland haben ihm bereits über die sozialen Medien gratuliert.

Noch immer sind nicht alle Stimmen ausgezählt, doch der Sieg für Joe Biden scheint mittlerweile gesichert zu sein
Noch immer sind nicht alle Stimmen ausgezählt, doch der Sieg für Joe Biden scheint mittlerweile gesichert zu sein

Trumps Wahlkampfteam hatte unterdessen angekündigt, dass die Anwälte des amtierenden Präsidenten in Kürze vor die Presse treten würden. Der noch bis zum 20. Januar amtierende Präsident hatte bereits mehrfach versichert, dass er die Wahlergebnisse juristisch anfechten lassen würde. Die Wahlbeobachter der OSZE konnten jedoch keine wahlverfälschenden Unregelmäßigkeiten feststellen. 

Biden hat bereits eine lange politische Karriere hinter sich, die nun durch die Präsidentschaft gekrönt wird. Während der beiden Amtszeiten Barack Obamas als Präsident war er Vize-Präsident, 1988 hatte er sich bereits einmal um die Präsidentschaft beworben, schied aber nach nur sechs Wochen aus. Auch 2008 erklärte er, antreten zu wollen, ließ aber angesichts schlechter Vorwahlergebnisse von dem Vorhaben ab und wurde anschließend Vize-Präsident unter Barack Obama.

Schwere Schicksalschläge

Am 20. November 1942 wurde Biden in Scranton, Pennsylvania, in einer katholischen Familie mit irischen Wurzeln geboren. 1972 starben seine Frau Neila und seine jüngste Tochter, Maomie Christina, an den Folgen eines Autounfalls. Im selben Jahr wurde er für Delaware in den Senat gewählt, eine Poistion, die er für sechs Mandate innehaben sollte. Seinen Eid als Senator legte er im Januar 1973 in dem Krankenhaus ab, in dem seine beiden Söhne, Beau und Hunter, nach dem Autounfall ärztlich behandelt wurden. Beau starb 2015 an einem Gehirntumor. Aus Bidens 1977 eingegangener Ehe mit Jill Tracy Jacobs entstammt seine Tochter Ashley (geb. 1981). 

(vatican news - cs/mg)

07 November 2020, 18:28