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Ein katholischer Priester hält ein Plakat mit dem Bild des Jesuitenpaters Pater Stan Swamy während eines Protests gegen seine Verhaftung. Ein katholischer Priester hält ein Plakat mit dem Bild des Jesuitenpaters Pater Stan Swamy während eines Protests gegen seine Verhaftung.  (AFP or licensors)

Indien: Kaution für Jesuit abgelehnt

Ein Sondergericht der Nationalen Ermittlungsbehörde hat am Freitag den Antrag auf Kaution für den Jesuitenpater Stanislaus Lourduswamy abgelehnt. Der allgemein als Pater Stan Swamy bekannte Ordensmann ist ein Aktivist für die Rechte der Indigenen. Ihm wird vorgeworfen, mit maoistischen Rebellen zusammenzuarbeiten und an den gewalttätigen Unruhen von 2018 in Maharashtra mitgewirkt zu haben.

Der 83-jährige Jesuit, der sich in Gewahrsam befindet, hatte aus gesundheitlichen Gründen Kaution beantragt. Er werde jetzt in der Quarantänestation des Taloja-Gefängnisses in der Nähe von Mumbai festgehalten, wie Fides an diesem Samstag berichtet.

Pater Swamy wurde am 8. Oktober von Beamten in Delhi aus seinem Haus in Ranchi, Jharkhand, geholt. Seine Verhaftung hat im ganzen Land Entrüstung ausgelöst und Kritik von verschiedenen Seiten der Zivilgesellschaft und der katholischen Kirche hervorgerufen. Ein Gericht hatte ihn bis zum 23. Oktober in richterlichen Gewahrsam genommen.

Proteste für die Freilassung von Pater Swamy
Proteste für die Freilassung von Pater Swamy

Bereits 16 Personen verhaftet

Der Jesuit war die sechzehnte Person, die nach dem Antiterrorismusgesetz wegen Gewalt in Maharashtra verhaftet wurde. Die Gewalt war am 1. Januar 2018 in der Nähe eines Kriegerdenkmals im Dorf Bhima Koregaon in der Nähe von Pune ausgebrochen, vermutlich nachdem in der Stadt Pune provokative Reden gehalten worden waren. Den Ermittlern zufolge sei Pater Swamy aktiv an den Aktivitäten der maoistischen Gruppen beteiligt gewesen und hätte eine Rolle bei der Anstiftung zur Gewalt gespielt. Die Polizei behauptete, der Priester sei Mitglied der von den Behörden verbotenen Maoistischen Partei.

Der Jesuit setzte sich bisher für die Kampagne der Jesuiten und anderer Menschenrechtsvertreter gegen die Vertreibung und die Verletzung der Rechte der Adivasi, einem indigenen Volk, ein. Ihre Vertreibung werde von der Regierung und Unternehmen durchgeführt, die an der Übernahme ihres Landes interessiert seien, so Fides. Die ständige Anprangerung von Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten sei der wahre Grund „für die absurden Aufruhrvorwürfe, die zu seiner Verhaftung führten“, resümiert die vatikanische Nachrichtenagentur die Festnahme des Jesuiten.

(fides – mg)

24 Oktober 2020, 13:30