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So macht man das: Desinfektion in El Salvador So macht man das: Desinfektion in El Salvador  (AFP or licensors)

El Salvador: „Wir sind in der Quarantäne spirituell gewachsen“

Die Corona-Pandemie wütet derzeit vor allem in Lateinamerika. In El Salvador mit etwa sieben Millionen Einwohnern liegt die Zahl der Infizierten aber bislang bei weniger als 5.000, und an Todesfällen gab es nur 107. Das liegt wohl auch an den strengen Abriegelungsvorschriften der Regierung.

Mario Galgano und Manuela Cubias - Vatikanstadt

Die Gottesdienste werden erst am kommenden 22. Juli im Beisein von Gläubigen wieder aufgenommen. Dies ergibt sich aus einer Anordnung der Regierung, die am Montag bekannt wurde. Die Bischöfe sind damit einverstanden, schließlich haben sie das mit der Regierung so ausgehandelt. Nun fordern die Bischöfe alle Bürger auf, die Maßnahmen der Distanzierung und Prävention zu respektieren, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Zum Nachhören

Unsere Kollegen der spanischsprachigen Redaktion sprachen mit Karla Velásquez. Wie in vielen europäischen Ländern musste auch sie ihre Arbeit aufgeben und zuhause bleiben. Für sie, ihren Mann und ihre beiden Kinder war das eine neue Erfahrung. Deshalb definiert Velásquez diese Zeit als „etwas Seltsames, es war ein plötzlicher Einschnitt in das, was wir bisher Normalität genannt haben“.

Das Positive sehen

Velásquez hat sich vorgenommen, den Lockdown zu einer spirituellen Erfahrung zu machen. „In meiner Familie haben wir recht positiv auf die Maßnahmen reagiert, und das gab mir den Mut, die Dinge anders zu empfinden.“ Jetzt, da die Phase der obligatorischen Abriegelung vorbei ist, stellt sie fest, dass sich etwas geändert hat: „Ich bin aus der Quarantäne mit einer anderen Mentalität herausgekommen. Ich versuche jetzt, die positiven Dinge zu sehen und meiner Familie gegenüber viel mehr Liebe aufzubringen.“

Karla Velásquez glaubt, dass der Schlüssel zu dieser positiven Einstellung darin liege, wie wir mit der Zeit umgehen, die uns zur Verfügung steht. In den Wochen der Quarantäne hatte sie auf einmal zuhause sehr viel Zeit.. „Während dieser Zeit habe ich mir die Aufgabe gestellt, mich selbst und einige Dinge, die mir gefallen, zu entdecken. Ich arbeite eigentlich in einem Restaurant, und die ganze Zeit, die ich gearbeitet habe, hatte ich nie für meine Familie gekocht. Für mich war es beruhigend zu wissen, dass ich jetzt auf einmal so viel zum Wohl meiner Familie tun konnte. Außerdem habe ich Lust bekommen, zu lesen.“

„Ich bin eine Andere geworden“

Die Gewißheit der Nähe Gottes hat in ihrer Familie immer eine wichtige Rolle gespielt: „Jetzt, wo ich diese Krankheit erlebt habe, danke ich Gott für meine Gesundheit. Ich bin dankbar, meine Mutter zu haben, die Therapeutin ist, und Gott sei Dank kann ich auf sie zählen. Sie hat mir sehr geholfen, mich als Person zu erneuern. Sie ist der Meinung, dass man nicht still bleiben sollte, man muss sich erneuern, und obwohl diese Zeit langweilig erscheinen mag, bin ich eine Andere geworden. Es hat da Wachstum gegeben...“

(vatican news)

23 Juni 2020, 09:45