Suche

Vatican News
Die Corona-Pandemie hat auch den Südsudan erreicht Die Corona-Pandemie hat auch den Südsudan erreicht  (AFP or licensors)

Südsudan: COVID-Task Force wegen positiver Fälle aufgelöst

Die humanitäre Lage im Südsudan war schon vor der Corona-Krise katastrophal. Entsprechend schnell hat die Regierung auf die Pandemie reagiert und eine COVID-19-Task Force gebildet. Doch die musste nun wegen positiver Fälle in den eigenen Reihen aufgelöst werden.

Präsident Salva Kiir hat die hochrangige Covid-19-Task Force des Landes aufgelöst und neu gebildet, nachdem Mitglieder positiv auf das Virus getestet wurden. Die meisten der 15 Mitglieder der bisherigen südsudanesischen Task Force befinden sich deshalb derzeit in Isolation. Positiv getestet wurden auch Vizepräsident Riek Machar, der den Vorsitz der Task Force innehatte, der Verteidigungsminister und der Informationsminister des Landes.

Obwohl der Südsudan am 5. April als letztes Land Ostafrikas einen ersten Fall von Covid-19 meldete, ist die Zahl der Corona-Kranken inzwischen rapide gestiegen. Bisher wurden 481 Infektionen und vier Todesfälle gemeldet.

Südsudan: Ein Land mit vielen Problemen...

Im Südsudan trifft das Virus auf ein Land, das ohnehin schon mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert ist. Ein funktionierendes Gesundheitssystem gibt es nicht, mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist von Nahrungsmittelhilfen abhängig, die Versorgung haben humanitäre Hilfsorganisationen übernommen.

Der rapide Anstieg der Corona-Fälle könnte strenge Maßnahmen der Regierung erforderlich machen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Die Leidtragenden sind wie immer die Ärmsten der Armen

Der Erzbischof von Juba, Stephen Ameyu Martin Mulla, fürchtet, dass auch in diesem Fall wieder die Ärmsten der Armen die Leidtragenden sein könnten. Denn auch wenn eine Abriegelung des Landes weiteren Infektionen vorbeugen könnte, müsse es doch Priorität der Regierung sein, ihre Bürger mit Nahrungsmitteln zu versorgen, bevor sie härtere Maßnahmen ergreift, so sein Appell. Der Erzbischof fürchtet, dass eine totale Abriegelung ohne Hilfsmaßnahmen vielen Familien im Land nur neues Leid bescheren würde.

(ucannews/divers - skr)

25 Mai 2020, 10:33