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Patriarch Raphael Sako I. Patriarch Raphael Sako I.   (AFP or licensors)

Heiliges Land: „Frage unveräußerlicher Rechte“

Trumps Nahost-Plan berührt eine „Frage unveräußerlicher Rechte“. So weist der chaldäische Patriarch von Bagdad den jüngsten Vorstoß des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump zurück, der einen „Friedensplan“ für den Nahen Osten vorgestellt hatte.

Gegenseitige Anerkennung von Souveränität

Der Patriarch äußerte sich zu Trumps Nahost-Plan in einer Erklärung, die auf der Homepage des Patriarchates veröffentlicht wurde.

Mit Blick auf den Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis habt Louis Raphael Sako I. die Notwendigkeit einer Gleichberechtigung beider Seiten hervor: „Es gibt keinen anderen Weg als den diplomatischen, mit direkten Gesprächen beider Seiten, um zur Geburt zweier naher Staaten zu gelangen, die in Frieden, Sicherheit und Stabilität zusammenleben können und die gegenseitig Souveränität und eigene Ressourcen anerkennen.“

Palästinenser kommen zu kurz

Der Nahost-Plan des US-Präsidenten Donald Trump war bei vielen katholischen Kirchenvertretern im Heiligen Land auf Kritik gestoßen. Sie befürchten, dass der Plan zu noch mehr Spannungen und Blutvergießen führt und sehen „gerechtfertigte Forderungen“ der Palästinenser darin nicht berücksichtigt. Eine Friedensinitiative könne nur mit gleichen Rechten und mit der Zustimmung beider Völker zu Erfolg führen, argumentieren sie wie Patriarch Sako.

Trumps Vorstoß würde die einseitige Anerkennung ganz Jerusalems als Hauptstadt Israels und eine neue Hauptstadt der Palästinenser östlich von Jerusalem vorsehen, ebenso die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem, die politische Unterstützung der israelischen Siedlungen in der Westbank und eine künftige israelische Kontrolle über das Jordantal.

(pm/sir – pr)
 

04 Februar 2020, 13:46