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Vatican News
Unterstützer von Ex-Präsident Morales demonstrieren in Cochabamba Unterstützer von Ex-Präsident Morales demonstrieren in Cochabamba  (AFP or licensors)

Unruhen in Bolivien: Dialog „zur Befriedung des Landes“ ausgerufen

In Bolivien hat katholische Bischofskonferenz gemeinsam mit Vertretern der Europäischen Union und der Vereinten Nationen einen Nationalen Dialog ausgerufen. Das kündigten Vertreter der bolivianischen Bischofskonferenz in einer Pressekonferenz am Montagnachmittag an.

Vertreter der Europäischen Union, der Bischofskonferenz sowie der Vereinten Nationen haben die Aufnahme des Dialogs bereits für Montagnachmittag angesetzt. Das hatte die Bolivianische Bischofskonferenz in einer Pressekonferenz angekündigt, in deren Verlauf die Bischöfe alle Beteiligten zur Aufnahme des Dialogs eingeladen haben. Drei Ziele haben sich die Dialogverfechter dabei gesetzt: das Land zu befrieden, eine Verständigung über Neuwahlen zu finden und die Bestimmung eines neuen Wahltribunals in die Wege zu leiten.

Der Dialog sei der richtige Weg, „um Differenzen zwischen den Bolivianern auszuräumen“, so eine Note der Bischöfe, die bei der Pressekonferenz verteilt wurde. „Deshalb laden wir alle ein, dieser Einladung zu folgen. Neue transparente und verlässliche Wahlen abzuhalten ist der beste Weg, um die Differenzen auf demokratische und friedliche Weise beizulegen.“ Eine eigene Einladung sprachen die Bischöfe angesichts des aufgeheizten Klimas auch an Medienvertreter und Meinungsführer aus: diese sollten leisere Töne anschlagen, um den Dialog und die Verständigung aller untereinander zu fördern, so die Aufforderung der Kirchenvertreter.

Heftige Unruhen erschüttern Bolivien seit der Präsidentschaftswahl am 20. Oktober. Vertreter der Zivilgesellschaft, von Menschenrechtsorganisationen und der Kirche sprachen von Hinweisen auf Wahlbetrug, denen es nachzugehen gelte. Eine Kommission der Organisation Amerikanischer Staaten bestätigte diese Einschätzung. Darauf trat Präsident Evo Morales zurück, kündigte Neuwahlen an und floh ins Exil. Inzwischen spricht er von einem Bürgerputsch.

23 Tote bei Demonstrationen

In Cochabamba starben bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei zuletzt neun Menschen. Die Demonstranten machen die Sicherheitskräfte für das Blutvergießen verantwortlich, die Regierung erklärte hingegen, die Schüsse seien aus den Reihen der Demonstranten gekommen. Insgesamt gab es seit Ausbruch der Proteste 23 Tote auf beiden Seiten.

(pm/kna – isc)

19 November 2019, 13:08