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Archivbild: Abiy Ahmed Ali (links) und Papst Franziskus am 21. Januar 2019 im Vatikan Archivbild: Abiy Ahmed Ali (links) und Papst Franziskus am 21. Januar 2019 im Vatikan  (ANSA)

Äthiopien: „Abiy Ahmed hat Nobelpreis verdient“

Der diesjährige Friedensnobelpreisträger erhält allgemeine Zustimmung. Ganz besonders freut es den äthiopischen Bischof Musiè Ghebreghiorghis von Emdeber. Mit der Überreichung des renommierten Preises werde nicht nur der jüngste Präsident Afrikas geehrt. Mit Abiy Ahmed Ali, werde auch ein Politiker für sein schnelles Umsetzen eines Friedensabkommens belohnt, wie Bischof Ghebreghiorghis uns sagt.
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Mario Galgano und Antonella Palermo – Vatikanstadt

Ehrlich gesagt, nicht viele hatten den jungen äthiopischen Regierungschef auf dem Schirm. Viele rechneten damit, dass Greta Thunberg, die Umweltaktivistin aus Skandinavien, das Rennen machen würde. Es kam anders. Offenbar überzeugten die Juroren die Friedensbemühungen und die konkreten Umsetzungen Abiy Ahmeds mehr diejenigen anderer möglicher Preisträgerinnen und –träger.

„Wir als Äthiopier sind sehr froh, dass der Friedensnobelpreis an unseren Premierminister verliehen wurde, der das Land seit anderthalb Jahren regiert und es sehr gut macht“, sagt uns Bischof Ghebreghiorghis, der dem Kapuziner-Orden angehört und seit 2003 die Eparchie Emdeber leitet. „Äthiopien hat sehr schwierige Zeiten hinter sich. Als er gewählt wurde, gab er uns viel Hoffnung auf ein besseres Leben, insbesondere auf dem Land. Er wurde bisher auch von der internationalen Gemeinschaft gelobt. Es ist also ein Preis, vor allem wegen seines Einsatzes für den Frieden zwischen Äthiopien und Eritrea, die einen Bruderkrieg geführt haben. Innerhalb eines Monats gelang es Abiy Ahmed Ali mit einem Handschlag, Frieden zu stiften: Die Grenzen waren geschlossen, jetzt sind sie offen; der Handel war blockiert, jetzt ist er offen. Er setzte sich auch für den Frieden im Südsudan, in Somalia und den Nachbarländern ein. Wir sehen ihn als einen guten Mann, der vom Herrn gesandt wurde. Er spricht eine sehr verständliche Sprache, spricht von Liebe, Vergebung, Dialog, die Bedeutung der Vermeidung von Kriegen. Ihm zufolge ist der Rückgriff auf Waffen immer eine Niederlage.“

Viele junge Menschen gestorben

Der Bischof erinnert daran, dass viele junge Menschen ihr Leben verloren hätten. Eritrea sei weiterhin von der internationalen Gemeinschaft völlig isoliert geblieben. Viele junge Menschen seien aus ihrem Land geflohen, um ein besseres Leben zu finden, und viele hätten ihr Leben auf der Straße, in der Wüste oder auf See verloren. „Es ist eine tragische Situation, an die sich die Geschichte sicherlich erinnern wird“, so Bischof Ghebreghiorghis.

Zur Erinnerung: Als Ministerpräsident hat sich Abiy Ahmed Ali um einen dauerhaften Frieden mit dem Erzrivalen Eritrea bemüht, mit dem sich Äthiopien um die Jahrtausendwende herum verlustreiche Grenzkriege geliefert hatte. So ist es vielen Familienangehörigen, die durch den Krieg getrennt wurden, heute möglich, sich wieder zu treffen. Zwischen den 50 Flugminuten entfernten Hauptstädten Addis Abeba und Asmara fliegen wieder Passagiermaschinen. Doch bleibt dieser Weg einer kleinen Elite vorbehalten, werfen Kritiker vor. Mit über 100 Millionen Einwohnern ist Äthiopien nach Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas.

(vatican news)

12 Oktober 2019, 13:03