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Eine katholische Gemeinde in Eritrea bei einer Prozession Eine katholische Gemeinde in Eritrea bei einer Prozession 

Eritrea: Bischöfe sind entsetzt über Verstaatlichung katholischer Schulen

Die Bischöfe des nordostafrikanischen Landes haben mit einem Schreiben auf die willkürliche Aktion geantwortet, die das Regime auf die Schließung katholischer Krankenhäuser folgen ließ. Darin verurteilen sie die Verfolgungsstrategie der Regierung von Asmara gegenüber der Kirche.

Regierung nicht bereit für Dialog

Geschlossen, beschlagnahmt, verstaatlicht: Katholische Kliniken, Krankenhäuser, Schulen und Ausbildungseinrichtungen befinden sich nun in der Hand von Staatspräsident Isayas Afewerki. In ihrem Brief erklärten die Bischöfe, man habe sich immer mit den Regierungsbehörden treffen wollen, um über die Situation der Kirche zu sprechen – ohne eine Antwort zu erhalten.

Sie beklagen, dass die Behörden in der Hauptstadt Asmara ihre „ungerechtfertigten Veräußerungen“ nicht begründet hätten. Zudem betonten die Bischöfe, man habe nie gegen vorgegebene Regeln verstoßen oder mangelnde Leistung gezeigt. Im Gegenteil, die kirchlichen Schulen hätten sich „durch Qualität und Niveau ausgezeichnet“ und „beste Ergebnisse in den nationalen Prüfungen“ erzielt.

„„Wenn das nicht Hass gegen Glauben und Religion ist, was dann?““

„Wenn alles vom Staat monopolisiert wird, dann wird dem Einzelnen die Freiheit abgesprochen, werden seine Aktivitäten gelähmt. Und dort gibt es auch keinen Raum mehr für Frieden, Freiheit und Recht.“ Es muss allen klar sein, mahnen die Bischöfe, „dass, wenn solche Institutionen verstaatlicht werden und die Rechte der Kirche zerstört werden, der daraus resultierende schwere Schaden auf die Schultern des ganzen Volkes und der ganzen Nation fallen wird“.

Dies veranlasst die Bischöfe zu einem drastischen Fazit: „Wenn das nicht Hass gegen Glauben und Religion ist, was dann?“

Seit der Staatsgründung 1993 wartet das Land auf Präsidentschaftswahlen und eine Verfassung – bislang vergeblich. Die Übergangsregierung duldet zwar offiziell  Katholiken, die zunehmenden Anfeindungen gegenüber der Kirche sprechen aber eine beunruhigende Sprache.

(vatikan news – tg)

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11. September 2019, 16:03