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Präsident Rodrigo Duterte (ganz links) Präsident Rodrigo Duterte (ganz links)  (ANSA)

Philippinen: „Gebete als Waffe“

Vier wegen Volksverhetzung angeklagte katholische Bischöfe auf den Philippinen setzen sich mit einem Hirtenbrief zur Wehr.

„Wir haben Interviews abgelehnt. Wir haben an keinen Kundgebungen teilgenommen. Wir haben das Gebet gewählt“, heißt es in der am Sonntag auf der Website der Bischofskonferenz veröffentlichten Botschaft. Das Gebet sei „unsere beste Waffe gegen jedes Böse“. Ihre Gebete gälten sowohl den Anklägern als auch den Staatsanwälten; sie sollten sich „vom Prinz der Lügen fernhalten“.

Die Bischöfe weisen den Vorwurf zurück, an einer Verschwörung zum Sturz von Staatspräsident Rodrigo Duterte beteiligt gewesen zu sein. Sie gelten als Kritiker von Dutertes Anti-Drogen-Krieg.

Rund 30.000 Menschen von Polizei und Todesschwadronen ermordet

Bei den vier Angeklagten handelt es sich um den früheren Bischofskonferenzvorsitzenden, Erzbischof Socrates Villegas (58), den Vize-Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Bischof Paplo Virgilio David (60), Bischof Honesto Ongtioco (70) sowie den emeritierten Bischof Teodoro Bacani (79). Der inzwischen festgenommene Peter „Bikoy“ Joemel Advincula hatte in einem Internet-Video vor der Parlamentswahl im Mai die vier Bischöfe zusammen mit prominenten Menschenrechtsaktivisten und kritischen Journalisten als Verschwörer gegen Duterte bezeichnet.

Seit Dutertes Amtsantritt 2016 wurden laut Schätzungen von Bürgerrechtlern rund 30.000 Menschen von Polizei und Todesschwadronen ermordet. Das Bistum Kalookan von Bischof David ist einer der Hotspots des Drogenkriegs im Großraum Manila.

(kna – sk)
 

08 September 2019, 12:43