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Bartholomaios I. Bartholomaios I.  (ANSA)

Bartholomaios I.: Kirchen müssen einander respektieren

Der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. bezeichnet beim internationalen Kongress über das Ostkirchenrecht in Rom den ökumenischen Dialog als „substanziellen Beitrag für eine bessere Zukunft der Menschheit“.

Alle Kirchen – ob sie orthodox, römisch-katholisch oder reformatorisch seien – hätten die grundsätzliche Verpflichtung, den „anderen“ zu respektieren und anzuerkennen. Dies betonte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. beim 24. Internationalen Kongress der „Society for the Law of the Eastern Churches“, der derzeit am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom stattfindet. An diesem Donnerstag wird Papst Franziskus die Teilnehmenden empfangen.

Damit Dialog zustande kommt, sei es notwendig, „sich von jeder Form des feindlichen Antagonismus zwischen Christen unterschiedlicher Konfession zu befreien“ und einen Dialog auf Augenhöhe auf der gemeinsamen Suche nach der Wahrheit zu führen, so Bartholomaios I.

„Der Auftrag der Kirche ist es, der Menschheit zu dienen, nicht dem eigenen Territorium“

Die Kirche sei nicht gespalten zwischen „Progressisten“ und „Konservativen“, sondern zwischen Irrtum und Wahrheit, zwischen Leben und Tod, betonte der Ökumenische Patriarch. Der Weg zur Wahrheit sei schwierig und verlange auch Widerstand gegen die historischen Übel wie Fanatismus, Intoleranz und Fundamentalismus. Diese Übel müssten „im Namen des Evangeliums“ zurückgewiesen werden.

Eine Voraussetzung für den Dialog seien auch Persönlichkeiten, die imstande sind, ihre Erfahrungen in Demut den anderen zu präsentieren, damit alle die „erreichte Übereinstimmung entdecken, verstehen und erleben können“. Eine solche Vielfalt bedroht laut Bartholomaios nicht die kanonische Tradition der orthodoxen Kirche. Im Gegenteil werde das orthodoxe Kirchengesetz dadurch bereichert. „Der Auftrag der Kirche ist es, der Menschheit zu dienen, nicht dem eigenen Territorium“.

(poi – tg)

17 September 2019, 13:02