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Der brasilianische Kardinal Cláudio Hummes Der brasilianische Kardinal Cláudio Hummes 

Amazonas-Synode: „Kirche braucht Neues, ohne Angst und Widerstand"

Der brasilianische Kardinal Cláudio Hummes hat sich für eine Öffnung der Kirche bei der im Oktober stattfindenden Amazonas-Synode ausgesprochen. „Wir brauchen dringend Neues, ohne Angst und Widerstand", sagte Hummes in einem Interview der Jesuiten-Zeitschrift „Civilta Cattolica", das jetzt in deren Schwesterblatt „Stimmen der Zeit“ auf Deutsch erschien.

Alt und neu müssten sich in der Kirche verbinden, so der Kardinal, der die Synode in der Funktion des Generalrelators moderieren wird. Die Versammlung diene dazu, neue Wege aufzuzeigen, wo sie sich als notwendig erwiesen. Hummes sprach sich auch für eine „indigene Kirche" aus, die ihre eigene Kultur, Identität, Geschichte und Spiritualität haben und zugleich mit der katholischen Weltkirche geeint sein müsse. Die Länder des Amazonasgebiets seien ein Ausdruck der lateinamerikanischen Verschiedenheit, die mit Offenheit von der Kirche Europas und der übrigen Welt aufgenommen werden sollte, so Hummes. Die Synode lege den Nachdruck auf die Verschiedenheit innerhalb der Einheit der Kirche.

Die Jesuitenzeitschrift führte das Interview mit dem brasilianischen Kardinal vor den jüngst geäußerten schweren Bedenken gegen die Ausrichtung der Synode, wie die beiden deutschen, in Rom lebenden Kardinäle Gerhard Ludwig Müller und Walter Brandmüller vorgebracht hatten. Müller hatte die im Vorbereitungsdokument der Synode angeregte „indigene Theologie" und die „Ökotheologie" als „Kopfgeburt von Sozialromantikern" bezeichnet.

“ Es wird Protest nötig sein - entschieden und prophetisch ”

Die Amazonas-Synode müsse sich innerkirchlicher wie äußerer Widerstände bewusst sein, sagte Hummes in dem Interview mit der Jesuitenzeitschrift. Er sprach Resistenzen etwa aus der Wirtschaft und von Regierungen an. Manche könnten mit Gewalt und unter Verletzung grundlegender Menschenrechte Änderungen zu verhindern suchen. Auch die Einhaltung von Normen zu Nachhaltigkeit und Naturschutz in Amazonien sei in Gefahr. „Aber wir dürfen nicht aufgeben. Es wird Protest nötig sein. Nicht gewaltsam, aber sicherlich entschieden und prophetisch", sagte Hummes.

Der Kardinal beklagte darüber hinaus ständige Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung im Amazonasgebiet. Er sprach von einer „dramatischen" Lage. „Noch schlimmer ist, dass die meisten dieser Verbrechen ungesühnt bleiben."

Hummes ist Präsident des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks REPAM und Generalrelator der Synode. Als solcher hat der Kardinal eine Schlüsselfunktion für die inhaltliche Arbeit. Das Bischofstreffen findet vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan statt. Neben Theologie und Seelsorge soll es auch um die Belange der Indigenen, um Menschenrechte und Umweltschutz gehen.

(kna/vatican news – gs)

25 Juli 2019, 10:52