Cerca

Vatican News
Feier zur Bildung der Orthodoxen Kirche der Ukraine am 7. Januar in Kiew Feier zur Bildung der Orthodoxen Kirche der Ukraine am 7. Januar in Kiew  (ANSA)

Albanien: Orthodoxie übt Kritik an Bartholomaios und Kyrill

Die innerorthodoxe Auseinandersetzung um das ukrainische Kirchenproblem geht weiter. Die orthodoxe Kirche von Albanien hat jetzt auf ihrer Website einen Beschluss ihres Heiligen Synods vom 4. Januar veröffentlicht.

In diesem Entscheid wird die neue „Orthodoxe Kirche der Ukraine“ ausdrücklich nicht anerkannt. Die Gültigkeit der Weihen der Bischöfe und Priester dieser Kirche wird in Zweifel gezogen und dringlich eine „Synaxis“ (Versammlung) der Oberhäupter aller eigenständigen (autokephalen) Kirchen verlangt. Der Text übt Kritik an Konstantinopel, an Kiew und an Moskau.

In einem von Erzbischof Anastasios unterzeichneten Begleitbrief an Patriarch Bartholomaios wird nach Angaben der Ostkirchenstiftung Pro Oriente die Abhaltung einer „Synaxis“ so bald wie möglich angemahnt, um die „Gefahr eines schmerzlichen Schismas“ zu vermeiden. Die im Oktober 2018 von Erzbischof Anastasios zum Ausdruck gebrachte Besorgnis über eine Vertiefung der Kirchenspaltung in der Ukraine durch das Autokephalie-Projekt habe sich bewahrheitet. Hoffnungen, dass sich die Aufregung legen würde und die autokephalen orthodoxen Kirchen die neue Situation in der Ukraine akzeptieren, seien „unbegründet“, wenn man sich die Geschichte der kirchlichen Schismen vor Augen halte.

Dringender Ruf nach einer „Synaxis“

In dem Beschluss des Heiligen Synods in Tirana wurde insbesondere die Gültigkeit der von dem laisierten, exkommunizierten und mit dem „Anathema“ (Kirchenbann) belegten „Patriarchen“ Filaret (Denisenko) gespendeten Weihen in Zweifel gezogen. Diese Weihen seien ungültig und entbehrten der Gnade des Heiligen Geistes. Ausdrücklich bezweifelt der albanische Heilige Synod auch die Kanonizität der Weihe des neugewählten Oberhaupts der „Orthodoxen Kirche der Ukraine“, Metropolit Epifanij (Dumenko).

Kritik an Konstantinopel und Moskau gleichermaßen 

Die albanischen Bischöfe erinnern daran, dass andere orthodoxe Kirchen - so etwa die Kirchen von Serbien, Rumänien, Bulgarien, Polen, Albanien, Tschechien und der Slowakei - im Wunsch nach der Autokephalie geeint gewesen seien. In der Ukraine hingegen habe sich die von Metropolit Onufrij (Berezowskij ) geleitete ukrainisch-orthodoxe Kirche mit ihren Millionen von Gläubigen dem Autokephalie-Projekt verweigert. „Anstelle einer Versöhnung und Einheit der orthodoxen Gläubigen in der Ukraine steht vor uns die Gefahr einer Spaltung in der ganzen orthodoxen Welt“, stellt der albanische Heilige Synod fest. Umso notwendiger sei die Einberufung einer gesamtorthodoxen „Synaxis“.

Der Heilige Synod der albanischen orthodoxen Kirche erneuerte aber auch seine Kritik an der Entscheidung der russisch-orthodoxen Kirche, nicht am Konzil von Kreta teilzunehmen und noch mehr am Abbruch der eucharistischen Gemeinschaft zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel. Die Eucharistie müsse außerhalb aller kirchenpolitischen Konflikte stehen.

(kap – sk)
 

17 März 2019, 12:38