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Auf der Flucht vor Boko Haram Auf der Flucht vor Boko Haram 

Kamerun/Nigeria: Auf der Flucht vor Boko Haram

Immer mehr Menschen im Grenzgebiet zwischen Nigeria, Kamerun, Niger und Tschad sind auf der Flucht vor dem Islamistenterror von Boko Haram. Darauf macht der Missionar Fabio Mussi aufmerksam, der im Bistum Yagoua in Kamerun die Aktivitäten der Caritas koordiniert.

 

Zehntausende Menschen aus Nigeria überquerten vor zwei Monaten die Grenze zu Kamerun, erzählt uns Bruder Fabio am Telefon. Sie ließen sich vorläufig in der Nähe des Tschadsees nieder. Dort kampierten vorübergehend an die 40.000 nigerianische Flüchtlinge, inzwischen sind einige weiter- oder zurück in die Heimat gezogen. „Im Moment sind es an die 20.000 Menschen, verteilt auf verschiedene Dörfer, weil es in Nigeria inzwischen Wahlen gegeben hat und die Situation für einen Teil von ihnen sich entspannt hat“, so der Missionar. Der Urnengang bestätigte Nigerias muslimischen Präsidenten Muhammadu Buhari im Amt; er regiert Afrikas bevölkerungsreichstes Land seit 2015.

Es fehlt an Essen und Wasser

„Diese Menschen erzählen von den Angriffen von Boko Haram, die vor allem die nigerianische Stadt Rann geplündert und Tod und Terror gesät haben", so der Missionar weiter. „Im Moment hat Nigerias Armee, unterstützt von einer internationalen Mission mit Soldaten überwiegend aus dem Tschad, die Kontrolle über das angegriffene Gebiet wiedererlangt.“

Allerdings wird die Lage für die Flüchtlinge, die noch im Kamerun ausharren, von Tag zu Tag schlechter. „Trinkwasser wird wirklich knapp“, sagt der Caritas-Koordinator. „Durch die schlagartige Zunahme der Bevölkerung in der Region sind die Brunnen unzureichend.“ Bedroht sei die Gesundheit namentlich der Kleinsten; rund 15 Prozent der Kinder unter zwei Jahren sind von Unterernährung bedroht. Mit dem Anbrechen der Trockenperiode steige auch das Risiko einer Meningitis-Epidemie. Die Missionare sammeln inzwischen in Norditalien Geld, um neue Brunnen zu bohren, die Menschen zu impfen und die Kinder mit proteinreicher Kost zu versorgen.

Zwei Drittel der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder

Kinder zusammen mit Frauen und älteren Menschen machen „mehr als 70 Prozent der Flüchtlinge“ aus, erzählt der Missionar. „Boko Haram erlaubt es den Männern nicht, über die Grenze zu fliehen, sie versuchen, sie zu rekrutieren, und wenn sie dann als Terroristen nicht erfolgreich sind, dann töten sie sie.“ Unterdessen kommen auch die islamischen Extremisten auf der Suche nach Nahrung nach wie vor über die Grenze, so Bruder Fabio. Er erzählt auch von Angriffen der Boko-Haram-Terroristen auf die Flüchtenden, entweder als Raubüberfall „oder aus Rache an denen, die sich weigerten, sich ihnen anzuschließen“. Mütter flüchteten oft mit vier bis fünf Kindern und versuchten, ein Mindestmaß zum Überleben zu finden.

(vatican news – gs)

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21. März 2019, 13:38