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Asia Bibis Anwalt spricht vor dem Obersten Gericht mit Journalisten Asia Bibis Anwalt spricht vor dem Obersten Gericht mit Journalisten  (ANSA)

Pakistan: Asia Bibi ist endgültig frei

Das Oberste Gericht hat die Berufung gegen den Freispruch für Asia Bibi an diesem Dienstag zurückgewiesen. Damit ist die Katholikin, die 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt wurde und jahrelang in der Todeszelle gesessen hat, endgültig frei gesprochen.

Die Entscheidung erlaubt es ihr auch, das Land zu verlassen. Im Gespräch ist ein Exil für die pakistanische Katholikin und ihre Familie in einem westlichen Land; dafür käme auch Deutschland in Frage.

„Die Berufung wird zurückgewiesen“

„Die Berufung wird zurückgewiesen“, erklärte der Oberste Richter Asif Saeed Khosa nach einer Anhörung in Islamabad. Es sei dem Kläger „nicht gelungen, irgendeinen Fehler im Urteil des Obersten Gerichts zu Asia Bibi nachzuweisen“.

Zum Nachhören

Der Anwalt des Klägers Qari Muhammad Salaam hatte in der Anhörung gefordert, den Fall vor einem breiteren Richtergremium noch einmal aufzurollen. Diesem Richterkollegium müssten auch Kenner des islamischen Rechts angehören. Das wies der Richter mit scharfen Worten zurück. Die Frage sei doch, ob „eine Person bestraft werden soll, obwohl sie unschuldig ist“.

Starke Sicherheitsmaßnahmen

Die Anhörung in der Hauptstadt war von starken Sicherheitsmaßnahmen geprägt. Asia Bibi selbst war nicht vor Gericht erschienen. Ihr Anwalt Saiful Malook, der sie vertrat, war eigens für den Gerichtstermin aus dem europäischen Exil nach Pakistan zurückgekehrt. Nach den landesweiten Demonstrationen gegen Asia Bibis Freispruch Ende Oktober hatte Malook Pakistan verlassen; die Christin selbst lebt seitdem an einem sicheren Ort in Pakistan und hat sich nicht in der Öffentlichkeit gezeigt.

Asia Bibi war bereits am 31. Oktober letzten Jahres freigesprochen worden. Angesichts von islamistisch gesteuerten Massenprotesten gegen das Urteil ließ die Regierung aber eine Berufung gegen den Freispruch zu. 

Hintergrund

Der Fall Asia Bibi reicht bis ins Jahr 2009 zurück. Damals wurde die verheiratete Mutter als erste Katholikin wegen Blasphemie angeklagt und 2010 zum Tode verurteilt. 2014 bestätigte ein Gericht in Lahore das Todesurteil. Im Juli 2015 ordnete ein weiteres Gericht die vorläufige Aussetzung der Hinrichtung an. Das erneute Berufungsverfahren wurde in den vergangenen Jahren immer wieder verzögert. Laut pakistanischen Medien gab es islamistische Drohungen gegen die Richter.

(ansa/afp – sk)
 

29 Januar 2019, 11:22