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Der Grund für die Caritas-Kampagne: Venezolanische Flüchtlinge - hier in Bogota Der Grund für die Caritas-Kampagne: Venezolanische Flüchtlinge - hier in Bogota  (ANSA)

Brasilien: Caritaskampagne „Ich bin Migrant“

Die aktuelle Kampagne der brasilianischen Caritas ist hochbrisant angesichts der Entscheidung des neuen Präsidenten Jair Bolsonaros, sich aus dem UN-Migrationspakt zurückzuziehen. Hintergrund sei allerdings die Flüchtlingswelle aus Venezuela, heißt es.

Mit dem Hashtag #EuMigrante („Ich bin Migrant“) wirbt die Caritas in dem südamerikanischen Land für das Recht auf Migration, das Recht auf die Wahl einer neuen Heimat, einer neuen Stadt oder eines neuen Staates sowie für den Respekt vor der Mobilität der Menschen.
In den Materialien zur landesweiten Kampagne heißt es weiter, dies sei ein Prozess, der seit Beginn der Menschheitsgeschichte existiere, in vielen Familien – entweder freiwillig oder aus Zwang.
Die Kampagne beinhaltet Maßnahmen der Bewusstseinsbildung, Mobilisierung und Integrationshilfe, die besonders in der ersten Jahreshälfte die Arbeit der Caritas-Rechtshilfezentren in den Hauptstädten von sieben brasilianischen Bundesstaaten sichtbar machen soll. Die Zentren beschäftigen multidisziplinäre Teams aus Sozialarbeitern, Pädagogen und Psychologen.

Zeitgleich mit dem Austritt Brasiliens aus dem Migrationspakt

Die Mobilisierung von Caritas Brasilien zum Thema Migranten erfolgte - ohne dass dies beabsichtigt war - gleichzeitig mit dem von Ernersto Araujo, dem Außenminister der neuen Regierung von Jair Bolsonaro, verkündeten Austritt Brasiliens aus dem UN-„Global Compact of Migration“, der im Dezember in Marrakesch verabschiedet wurde. Die Regierung hatte verkündet, sie werde sich vom Globalen Migrationspakt distanzieren, da er für die Bewältigung des Migrationsproblems nicht hilfreich sei. Einwanderung sei kein globales, sondern ein Problem der Realitäten und der Souveränität jedes Landes, so der Außenminister. Nach Angaben der Bundespolizei leben derzeit 750.000 Ausländer in Brasilien. Dies sind 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes.

Leonardo Boff besorgt um Demokratie

Besorgt um die Demokratie unter der neuen Regierung zeigte sich unterdessen Leonardo Boff, der als „Vater der Befreiungstheologie in Brasilien“ gilt. Boff, der vor kurzem 80 wurde, kritisierte nachdrücklich die neue Bolsonaro-Regierung, deren erste Schritte „einen völligen Mangel an Vorbereitung“ demonstrierten. Der Theologe äußerte in einem Interview, die Regierung handele in Unkenntnis der wirklichen Bedürfnisse des Landes und sei „das größte Unglück“ der Geschichte Brasiliens.

(kap - ck)

 

16 Januar 2019, 10:33