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Patriarch Kyrill und Patriarch Bartholomaios Patriarch Kyrill und Patriarch Bartholomaios  (AFP or licensors)

Orthodoxie-Experte: Es droht ein Schisma

Die Auseinandersetzung zwischen dem Patriarchen von Konstantinopel und jenem von Moskau könnte verheerende Wirkungen verursachen. Der Experte für Orthodoxie und Universitätsprofessor Thomas Bremer von der Universität Münster erläutert im Gespräch mit Vatican News, weshalb es zu dieser Auseinandersetzung kam.

Mario Galgano – Vatikanstadt

In der Debatte um eine Eigenständigkeit (Autokephalie) der ukrainischen orthodoxen Kirche hat das Patriarchat von Moskau dem Ehrenoberhaupt und Patriarchen von Konstantinopel die Freundschaft gekündigt. Es droht eine Eskalation. Die Russische Orthodoxe Kirche verzichtet in ihren Liturgien vorerst auf das ehrende Gedenken des Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel. Künftig wird der Patriarch in den Gottesdiensten nur noch die Oberhäupter aller anderen orthodoxen Landeskirchen nennen. Bislang hatte er an erster Stelle Bartholomaios I. gedacht - des Ehrenoberhauptes der Weltorthodoxie.

Bartholomaios I. will in der Ukraine eine von vielen dort lebenden orthodoxen Christen gewünschte eigenständige (autokephale) Landeskirche auf den Weg bringen. Dazu berief er vor einer Woche die beiden [TB4] Exarchen. Die Russische Orthodoxe Kirche will aber ihre Oberhoheit über die orthodoxe Kirche in der Ukraine mit ihren rund 12.000 Pfarreien behalten. Das Moskauer Patriarchat betrachtet das osteuropäische Land als sein kanonisches Territorium.

(kna)

Hören Sie hier eine Einschätzung von Professor Thomas Bremer
19 September 2018, 08:52