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Proteste gegen den Missbrauch von Mädchen in Indien Proteste gegen den Missbrauch von Mädchen in Indien  (AFP or licensors)

Indien: Todesstrafe auf Vergewaltigung kleiner Mädchen

Auf Gruppenvergewaltigung von Mädchen unter zwölf Jahren steht in Indien nun die Todesstrafe. Das Parlament hat ein diesbezügliches Gesetz verabschiedet. Die katholische Kirche bezweifelt, dass die Todesstrafe die zunehmende sexuelle Gewalt gegen Kinder im Land eindämmen kann.

Das Gesetz löst eine Verordnung ab, die im April nach der Vergewaltigung und dem Mord an einem achtjährigen Kind in Kashmir erlassen wurde. Dieser und ähnliche Fälle hatten landesweit für Entsetzen gesorgt.

Bischof Theodore Mascarenhas, der Generalsekretär der indischen Bischofskonferenz, betonte gegenüber Ucanews, die Kirche könne die Todesstrafe grundsätzlich nicht akzeptieren, ungeachtet der Schwere des Verbrechens. „Doch das Gesetz wird Gültigkeit haben, und wir respektieren das. Aber unsere größte Frage ist: wird es helfen, das Problem zu lösen?”

Darin stimmen auch Hindu- und Muslimführer ein: Statt die Strafen hinaufzusetzen, sei es an der Zeit, einen Wandel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Frauen in Gang zu bringen. In der traditionellen indischen Gesellschaft betrachten Männer Frauen oft als ihr Eigentum, das für Arbeit und Vergnügen gebraucht werden kann.

 

Vergewaltigte Kinder in Indien: mehr als 50 pro Tag

 

Nach geltender Gesetzgebung stand bisher in Indien auf Vergewaltigung eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren. Höhere Strafen für Delikte an Minderjährigen gab es nicht. Das neue Gesetz, das am 30. Juli verabschiedet wurde, sieht hingegen eine Mindeststrafe von zehn Jahren für Vergewaltigung vor, während die Gruppenvergewaltigung von Mädchen unter zwölf Jahren mit lebenslanger Haft oder Todesstrafe geahndet werden soll. Die Gruppenvergewaltigung von Mädchen unter 16 Jahren soll mit lebenslanger Haft gebüßt werden.

Offiziellen Zahlen zufolge haben sich die Fälle von Vergewaltigung Minderjähriger in Indien in vier Jahren mehr als verdoppelt. 2012 verzeichneten die Behörden 8.541 Fälle, 2016 waren es 19.765, also mehr als 50 Fälle pro Tag. 

Ucanews - cs)

02 August 2018, 13:44