Beta Version

Cerca

Vatican News
Indische Frauen holen Wasser aus einem kleinen Fluss und filtern Schlamm und Steine Indische Frauen holen Wasser aus einem kleinen Fluss und filtern Schlamm und Steine  (AFP or licensors)

Wasserkrise in Indien: 600 Millionen Menschen haben kein Wasser

Indien leidet unter der größten Wasserkrise in der Geschichte des Landes. Bei mehr als 600 Millionen Menschen - das ist fast die Hälfte der indischen Bevölkerung – ist sauberes Wasser knapp. Das geht aus einem im Juni veröffentlichten Regierungsbericht hervor.

Diese Wasserkrise bedrohe hunderte Millionen Menschenleben und gefährde das Wirtschaftswachstum in Indien. Fast 70 Prozent des indischen Wassers seien kontaminiert. „Unser Oberflächengewässer ist verseucht, unser Grundwasser ist verseucht – überall ist Wasser kontaminiert, weil wir den Müll nicht richtig entsorgen“, sagt Avinash Mishra, der Autor des Berichts. Fast 200.000 Menschen sterben jährlich in Indien, weil sie schmutziges Wasser trinken.


Verlust der Lebensqualität


Das ganze Land spürt diese Auswirkungen: Sowohl die kleinsten Dörfer als auch Indiens Millionenstädte. 2030 hätten demnach fast die Hälfte der indischen Bevölkerung keinen Zugang mehr zu Trinkwasser. Das Grundwasser sei kontaminiert mit Chemikalien, die Krebs erregen könnten. „Die schlechte Qualität des Wassers – das ist auch ein Verlust von Lebensqualität. Menschen werden krank, weil sie schmutziges Wasser trinken müssen“, schreibt Mishra. Insbesondere die arme indische Bevölkerung werde davon schwer getroffen.


Wassertanks für die Menschen


Mit Wassertankwagen will man diesem Problem entgegenwirken. Sie kommen mit sauberem Trinkwasser in die Dörfer und Städte, und die Bewohner können sich dort mit Eimern und Kanistern das Wasser abzapfen. Für Menschen, die nicht an das kommunale Versorgungssystem angeschlossen sind, ist das oft die einzige Möglichkeit, an Wasser zu kommen.


Indien weltweit in den Schlagzeilen


Indische Städte wie Neu Dehli und Indien geraten immer wieder weltweit in die Schlagzeilen, weil die verschmutzten Gewässer dort mit giftigem weißen Schaum bedeckt sind. Ein Beispiel ist der Bellandur-See in Bangalore: Bei besonders sonnigem Wetter fängt er an zu brennen – wegen giftigen Chemikalien im Wasser.

(vatican news – bw)
 

05 Juli 2018, 10:53