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Wegen der vielen Unruhen im Land sind UNO-Blaumhelme vor Ort Wegen der vielen Unruhen im Land sind UNO-Blaumhelme vor Ort  (AFP or licensors)

Kongo: Erneut katholischer Priester ermordet

Der 38-jähriger Geistliche wurde in der Provinz Nord-Kivu nach dem Gottesdienst erschossen. Die Region wird seit 2016 immer wieder von blutigen Auseinandersetzungen erschüttert.

In der Demokratischen Republik Kongo ist erneut ein katholischer Priester ermordet worden. Der 38-jährige Pfarrer Etienne Nsengiunva wurde am Sonntagnachmittag nach einem Gottesdienst erschossen. Der Mord ereignete sich in Kyahemba in der Provinz Nord-Kivu, im Nordosten des Landes. Der Täter ist bislang unbekannt, bestätigte der Diözesanbischof von Goma, Theophile Kaboy Ruboneka, am Montag. Nsengiunva hielt sich demnach nach der Messe in einem Versammlungsraum auf, als ein bewaffneter Mann eintrat und dem Geistlichen in den Kopf schoss.

Der Generalvikar von Goma, Louis de Gonzague Nzabanita Sebakara, beschuldigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die „Mai-Mai Nyatura“-Miliz des Mordes. Dabei handelt es sich um eine 2012 gegründete bewaffnete Gruppierung, die für viele Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht wird.

Bischof Ruboneka meinte gegenüber dem vatikanischen Agenturdienst „Fides“, dass schwer zu sagen sei, wer für die Tat verantwortlich ist. In der betroffenen Region seien trotz der Präsenz der regulären Armee und der UNO-Blauhelme mindestens 15 bewaffnete Gruppen aktiv.

“ Priester werden immer wieder zu Zielscheiben ”

In der Demokratischen Republik Kongo wurden in den vergangenen Jahren mehrfach katholische Priester verschleppt oder getötet. 2016 wurde ein Geistlicher in Lubumbashi im Haus seiner Familie von zwei Maskierten umgebracht. Erst vor einem Monat wurde ein Ordenspriester in Kasai, im Zentrum des Landes, unter ungeklärten Umständen tot aufgefunden.

Die Provinz Nord-Kivu im Ost-Kongo wird seit Ende 2016 von blutigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen bewaffneten ethnischen Gruppen erschüttert. Die Gewalt führte zu einer unbestimmten Zahl von Todesfällen und massiven Abwanderungen der Zivilbevölkerung. Die katholische Kirche ist in der Provinz stark vertreten und häufig Ziel dieser Konflikte. Erst am Ostersonntag war in der umkämpften Provinz ein Priester verschleppt worden. Seine Entführer ließen ihn noch in der vergangenen Woche aber unversehrt frei.

(kap – nv)

09 April 2018, 15:10