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Vatikan: „Hungerkrise hängt mit Klimawandel zusammen“

„Der Klimawandel ist einer der Hauptgründe für den derzeitigen, beispiellosen Anstieg des Hungers in der Welt.“ Das sagte der Vatikan-Diplomat Ettore Balestrero am Mittwoch bei einer Online-Sitzung des UNO-Menschenrechtsrates in Genf.

Im vergangenen Jahr hätten 333 Millionen Menschen unter akuter Nahrungs-Unsicherheit gelitten, und bis 2030 werde diese Zahl Schätzungen zufolge auf 600 Millionen Menschen steigen. Darum müssten der Kampf gegen Hunger und gegen den Klimawandel aus Vatikansicht Hand in Hand gehen, so der Erzbischof.

Balestrero ist seit letztem Jahr Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den internationalen Organisationen in Genf; er war zuvor Papst-Botschafter in Kolumbien und im Kongo. In seiner Rede, die am Donnerstag Abend bekannt wurde, wies er auch darauf hin, dass die Weltgemeinschaft die Ressourcen und Möglichkeiten hätte, alle Menschen auf dem Planeten zu ernähren.

„Nicht die Armen verantwortlich machen“

„Der Heilige Stuhl ist der festen Überzeugung, dass es irreführend, falsch und inakzeptabel ist, die Armen beziehungsweise hohe Geburtenraten für den Klimawandel und die Ernährungsunsicherheit verantwortlich zu machen. Kinder sind eine Ressource, kein Problem - sie bereichern das Leben, statt es zu vermindern.“

Wie wär's mit einem globalen Fonds?

Die Pro-Kopf-Emissionen der reicheren Länder seien deutlich höher als die der ärmeren Länder. Die negativen Auswirkungen des Klimawandels träfen jedoch die Armen unverhältnismäßig stark und verschärften die bestehenden Probleme von Hunger und Unterernährung. Balestrero erinnerte deswegen an einen Vorschlag von Papst Franziskus. Danach solle die internationale Gemeinschaft einen globalen Fonds zur Beendigung des Hungers einrichten, „der die enormen Mittel nutzen soll, die derzeit für Waffen und Konflikte bereitgestellt werden“.

(vatican news – sk)

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15. März 2024, 09:27