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Bomben auf ein Wohnhaus in Kiew im Ukraine-Krieg Bomben auf ein Wohnhaus in Kiew im Ukraine-Krieg 

Gallagher: Besuch in der Ukraine ist für Papst Priorität

Der Außenminister des Heiligen Stuhles, Erzbischof Paul Richard Gallagher, bekräftigt in einem Interview den Wunsch des Papstes, die Ukraine zu besuchen. Für Franziskus sei es sehr wichtig, die Ukraine, das Volk, die Regierung, aber auch die örtliche katholische Kirche zu besuchen und kennenzulernen.


Das sagte Gallagher dem Vatikan-Korrespondenten der Jesuitenzeitschrift America Magazine Gerard O’Connell in einem aktuellen Interview. „Ich denke, die Hauptpriorität des Papstes ist im Moment der Besuch in der Ukraine, die Begegnung mit den ukrainischen Behörden, mit dem ukrainischen Volk und mit der ukrainischen katholischen Kirche“, so Gallagher. Wann dies geschehen kann, ob sogar im August, hängt laut Gallagher vom Gesundheitszustand des Papstes ab, jedoch mache ihm die bevorstehende Reise nach Kanada Mut, dass es dem Papst wieder bessergeht und er bald Pläne für eine Reise in die Ukraine machen kann.

In der Ukraine ist die Hoffnung groß, dass Franziskus das Land besucht. Mehrere Geistliche wie der katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk haben Franziskus in die Ukraine eingeladen und die Bevölkerung zu Gebeten in diesem Anliegen eingeladen.

Besuch in Moskau

Für Gallagher hängt ein Besuch in Moskau, wie von Franziskus Anfang Juli angedacht, nicht unbedingt mit der Reise des Papstes nach Kiew zusammen: „Die beiden Dinge sind nicht miteinander verbunden. Es wäre vielleicht gut, wenn sie miteinander verbunden wären.“ Zu einer Einladung nach Moskau oder dem Angebot des Papstes, im Krieg zu vermitteln, sagte Gallagher: „Wir stehen in Kontakt mit der (russischen) Botschaft hier beim Heiligen Stuhl. Über den apostolischen Nuntius in Moskau unterhalten wir bis zu einem gewissen Grad auch Kontakte zu den Regierungsinstitutionen. Aber es hat keine ausdrückliche Einladung Moskaus an den Heiligen Stuhl gegeben, zu vermitteln.“ Moskau schätze das Angebot des Papstes, jedoch sei der Schritt einer Vermittlung noch nicht erfolgt.

Anfang Juli hatte Franziskus gesagt, er würde gerne zuerst Moskau und dann Kiew besuchen, was zu Irritationen in der Ukraine führte. So betonte der katholische Erzbischof von Lwiw, Mieczysław Mokrzycki, man müsse zuerst den Leidenden besuchen und dann den Aggressor.

Keine einseitigen Anerkennungen

Außer Frage steht dabei für den Erzbischof, dass der Heilige Stuhl die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine respektiert. So werde der Heilige Stuhl laut Gallagher „eine einseitige Unabhängigkeitserklärung“ wie etwa der Republiken Lugansk und Donezk „nicht anerkennen.“ Wenn die Ukraine an ihrer territorialen Integrität etwas ändern wolle, sei das alleine ihre Sache.

(america magazin – schw)
 

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19. Juli 2022, 15:02